Unternehmen Oaktree gibt Beluga noch eine Chance

Der US-Finanzinvestor steckt offenbar noch einmal Geld in die angeschlagene Redeerei. Die will ihr Transportgeschäft bald wieder aufnehmen. Der Insolvenzverwalter schließt weitere Pleiten bei Tochterunternehmen allerdings nicht aus.

Der US-Finanzinvestor Oaktree hat sich Medienberichten zufolge bereit erklärt, Geld für einen Neustart bei der insolventen Reederei Beluga auszugeben. Demnach soll das Transportgeschäft bereits am kommenden Montag wieder aufgenommen werden. So will sich der vorläufige Insolvenzverwalter Edgar Grönda um Aufträge für Schwerguttransporte kümmern.

Mit einer deutlich verkleinerten Flotte von 18 Schiffen und etwa 80 Mitarbeitern könne das Geschäft fortgesetzt werden, sagte Grönda. Trotz eines neuen Konzepts ist laut dem Insolvenzverwalter nicht auszuschließen, dass noch weitere Tochtergesellschaften der Beluga-Gruppe Insolvenz anmelden müssten. Wie viel Geld zur Weiterfinanzierung des Geschäfts nötig sein wird, ist noch unbekannt.

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Zuletzt war die angeschlagene Reederei immer weiter in Pleite gerutscht. Nach der für das Kerngeschäft zuständigen Tochter Chartering hatte vor zwei Wochen auch deren Obergesellschaft Beluga Shipping Insolvenz angemeldet. Diese Firma fungiert nach eigener Darstellung „als Dach der geschäftlichen Aktivitäten“ der Unternehmensgruppe.

Als Ursache für die Insolvenzanträge nannte die Reederei wiederum die „Aufdeckung von erheblichen Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität“. Oaktree hat den Firmengründer Niels Stolberg und weitere suspendierte Manager angezeigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seitdem wegen Betruges und „unrichtiger Darstellung“ nach dem Handelsgesetzbuch. Beluga führte zuletzt nach eigenen Angaben weiterhin „konstruktive Gespräche“ mit seinen Eignern, um eine Lösung für die Reederei zu finden.

Mehrere Eigner der an das Unternehmen vermieteten Frachter waren zuvor der Empfehlung einer Interessengemeinschaft gefolgt und hatten die Charterverträge gekündigt. Die Frachter und ihre Verträge sollten damit dem Zugriff des Insolvenzverwalters entzogen werden. Das einstige Bremer Vorzeigeunternehmen verfügt nach eigenen Angaben über die nötigen Spezialisten, um das Geschäft weiterzuführen.

Die Reederei hatte während der Krise unter Auftragsmangel gelitten und zudem auf eigene Rechnung Schiffe bestellt, deren Finanzierung Stolberg nicht stemmen konnte. Im Februar dieses Jahres übernahm der Finanzinvestor Oaktree die Macht in der Bremer Zentrale. Die Holdinggesellschaft Beluga Group war zuletzt nach Angaben eines Sprechers nicht von der Insolvenz betroffen.

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