Unternehmen Ökostrom-Umlage steigt 2014 auf 6,24 Cent

Stromleitungen in Deutschland

Stromleitungen in Deutschland© Fotolia.com

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf spürbare Strompreiserhöhungen einstellen. Die EEG-Umlage wurde für 2014 auf einen neuen Rekordwert von 6,24 Cent je Kilowattstunde festgesetzt. Die Wirtschaft fordert rasche und radikale Reformen.

Die Verbraucher müssen ab Januar mit spürbaren Strompreiserhöhungen rechnen. Die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt um einen Cent und wird für 2014 auf den Rekordwert von 6,24 Cent je Kilowattstunde festgesetzt. Das teilten die für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständigen vier Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag mit.

Das Unternehmen TransnetBW aus Baden-Württemberg war in diesem Jahr federführend für die Berechnung der neuen Umlage verantwortlich. Derzeit liegt sie bei 5,277 Cent. Kurz vor der Veröffentlichung war die Zahl noch einmal verändert worden, ursprünglich war von 6,3 Cent je Kilowattstunde für das kommende Jahr ausgegangen worden.

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Ein durchschnittlicher Haushalt muss damit 218 Euro im Jahr für die Ökostrom-Umlage bezahlen – das sind 34 Euro mehr als bislang. Hinzu kommt noch die steigende Mehrwertsteuer, sowie höhere Netzentgelte, so dass bei 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox mit 67 Euro mehr zu rechnen ist.

Wirtschaft fordert rasche Reformen

Die Wirtschaft mahnte eine rasche, radikale Reform an. „Bereits jetzt kostet die EEG-Umlage jeden Tag 56 Millionen Euro, davon trägt die Wirtschaft fast 30 Millionen Euro“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Markus Kerber.

Für 2014 wird mit einem Umlagebetrag von 21,26 Milliarden Euro gerechnet – seit Bestehen des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) sind rund 100 Milliarden Euro geflossen. Denn Betreiber von Solaranlagen, Windrädern und Biogasanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert eine feste Vergütung. Sie ist je nach Anschlussdatum unterschiedlich hoch – inzwischen gibt es rund 4000 Vergütungskategorien. Über die Umlage wird die Differenz zwischen dem am Markt für den Strom erzielten Preis und dem festen Vergütungssatz auf die Stromkunden abgewälzt. Da die Preise an der Strombörse massiv gefallen sind, wachsen diese Differenzkosten. Rund die Hälfte des Anstiegs um rund einen Cent entfällt auf diesen Sondereffekt, nur 0,15 Cent entfalle auf den Zubau neuer Windparks und Solaranlagen, betonte der Bundesverband erneuerbare Energien.

Einer der Nutznießer ist der Staatshaushalt: Durch die auf einen Rekordwert steigenden Ökostrom-Umlage steigen auch die Mehrwertsteuereinnahmen im Strombereich, wie eine Berechnung der Deutschen Presse-Agentur ergab. Bei einem jährlichen Stromverbrauch in privaten Haushalten von derzeit 139 Terawattstunden und 1,19 Cent Mehrwertsteuer auf künftig 6,240 Cent Umlage summieren sich die Mehrwertsteuereinnahmen aus diesem Posten 2014 auf rund 1,65 Milliarden Euro. Bisher sind es rund 1,4 Milliarden Euro Steuereinnahmen durch die Umlage. Daher fordert etwa die SPD, die Stromsteuer, die weiterer Bestandteil des Strompreises ist, entsprechend zu senken.

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