Unternehmen Opel-Produktion in Bochum endet 2014

Das Opel-Werk in Bochum

Das Opel-Werk in Bochum© GI/158056057/Agence France Presse.jpg

Nun ist es beschlossene Sache: Ende 2014 rollt im Bochumer Opel-Werk das letzte Auto vom Band. Nach langem Konflikt hat das der Opel-Aufsichtsrat entschieden.

Der Autohersteller Opel baut ab dem Jahr 2015 keine Autos mehr in Bochum. Die Produktion werde zum Jahresende 2014 eingestellt, beschloss der Aufsichtsrat der General-Motors-Tochter auf Vorschlag des Vorstands am Mittwoch in Rüsselsheim.

Die Bochumer Belegschaft hatte im März den von Gewerkschaft und Management ausgehandelten Sanierungsplan für den verlustreichen Autobauer mit großer Mehrheit abgelehnt. Nach Darstellung von Betriebsratschef Rainer Einenkel fehlte es darin an klaren Zusagen und Arbeitsplatzsicherheit für die 3200 Beschäftigten im Werk. Mit dem Nein verzichtete die Bochumer Belegschaft allerdings auch auf eine Verlängerung der Standortsicherung bis Ende 2016.

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Die Opel-Spitze erklärte die Verhandlungen daraufhin für beendet und kündigte an, dass Opel ab 2015 keine Autos mehr im Ruhrgebiet bauen werde. Nun folgte der Beschluss des Aufsichtsrats.

Das traditionsreiche Werk auf einem ehemaligen Zechengelände, das viele Baureihen des Opel-Klassikers Kadett und insgesamt über 13 Millionen Autos gebaut hat, steht damit vor einer düsteren Zukunft. Nach heutigem Stand werden ab 2015 nur noch rund 420 Menschen in einem Opel-Warenverteilzentrum beschäftigt sein.

Einenkel will den Aufsichtsratsbeschluss aber juristisch überprüfen lassen. Eine Verlagerung der Zafira-Produktion lasse sich nicht ohne Vorlaufzeit realisieren, sagte er. Es gebe allerdings eine Zusage, wonach das Modell bis Ende 2014 nur in Bochum vom Band rollen dürfe. Einenkel verteidigte seine Empfehlung, den Sanierungsplan von Opel nicht anzunehmen. „Wir sollten unverbindliche Erklärungen akzeptieren“, sagte er. „Die Situation von heute hat die Skepsis und die Sorge, die viele Menschen hatten, nur bestätigt.“

Beschluss durch doppelte Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden?

Das Familienauto Zafira sollte nach den früheren Plänen bis zum Ende seiner Laufzeit 2016 in Bochum vom Band rollen. Wo das Modell nach 2014 gefertigt werden soll, sei nicht entschieden worden, teilte Opel auf Anfrage mit. Man habe mehrere Optionen.

Es gilt als sicher, dass die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gegen die Werksschließung gestimmt haben, auch wenn die IG Metall eine Stellungnahme zu ihrem Stimmverhalten ablehnte. Somit dürfte die Entscheidung für das Ende der Autoproduktion in Bochum mit der im Falle eines Gleichstands fälligen doppelten Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden besiegelt worden sein. Die IG-Metall werde sich nun weiter mit ihren Mitgliedern besprechen, welche Konsequenzen mit dieser Entscheidung verbunden seien, hieß es.

Opel will nach „Anschlusslösungen“ für Beschäftigte suchen

Bochums Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) sprach von einem schweren Schlag für die Beschäftigten und ihre Familien. Sie nahm Opel in die Pflicht, an neuen Perspektiven für Bochum mitzuwirken.

Opel erklärte, das Unternehmen wolle „nach Anschlusslösungen für die Menschen in Bochum und der Region suchen.“ Dies soll im Rahmen der Entwicklungsgesellschaft „Bochum Perspektive 2022“ geschehen.

Die Pläne umsetzen muss nun auch der neue Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Adam Opel AG, Ulrich Schumacher. Er kommt vom Konkurrenten Toyota und soll zum 1. Mai dem bisherigen Personalchef Holger Kimmes im Amt folgen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Rüsselsheim mitteilte. Schumacher hat bereits beim Zulieferer Magna, bei Ford und beim Versicherungskonzern Allianz Personalverantwortung getragen. Gleichzeitig wurde er zum Vizepräsident Personal bei General Motors Europa ernannt.

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