Unternehmen Opel zieht sich wieder aus Australien zurück

Zu teuer, zu unbekannt: Opel-Chef Neumann zieht in Australien die Reißleine, bevor die Verluste ausufern. Unter der Marke sollen keine Autos mehr in "Down Under" verkauft werden. Der Export von Opel-Modellen könnte aber unter einem anderen Markennamen weitergehen.

Nach nur knapp einem Jahr hat der Autobauer Opel seine Hoffnungen auf gute Geschäfte in Australien begraben. Die Marke zieht sich aus „Down Under“ zurück, wie Opel-Vorstandsmitglied Johan Willems am Dienstag in Frankfurt sagte: „In Australien haben sich die Rahmenbedingungen drastisch verschlechtert. Deshalb ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, weiterhin unter der Marke Opel zu exportieren.“ Es gibt jedoch Überlegungen, Opel-Modelle künftig unter der vor Ort bekannten GM-Marke Holden zu vertreiben. Holden hat ein Werk in dem Land.

Der australische Markt gilt als hartumkämpft, die in Europa gebauten Opels konnten preislich nicht mithalten. Zumal in dem Land eine Rabattschlacht tobt. Konkurrent Ford hatte erst im Mai angekündigt, seine Produktion in Australien nach mehr als 90 Jahren einzustellen. Zwei Werke sollen geschlossen werden.

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Außerdem scheute Opel kostspielige Investitionen in die Marke und den Vertrieb vor Ort. „Wir haben eine neue Kultur in unserem Unternehmen – und dazu gehört auch, keine schwachen Kompromisse zu akzeptieren. Wenn es notwendig ist, korrigieren wir Entscheidungen der Vergangenheit“, sagte Willems.

Erfolge in Israel, Chile oder Singapur

Erst im September 2012 hatte die Adam Opel AG angekündigt, die Marke über Exporte in Märkte außerhalb Europas internationaler aufzustellen – auch, um die Überkapazitäten in Europa zu verringern. Doch die Fahrzeuge mit dem Blitz entpuppten sich auf dem Fünften Kontinent als Ladenhüter: 2012 verkaufte Opel Australia 541 Corsas, Astras und Insignias, im ersten Halbjahr 2013 waren es 989.

In Israel, Chile oder Singapur läuft das Geschäft nach Unternehmensangaben hingegen erfolgreich. Willems betont: „Unsere Export-Initiative läuft weiter.“ Allerdings sei klar, dass die Tochter des US-Riesen General Motors (GM) vor allem im Heimatmarkt Deutschland und in Europa die Hausaufgaben machen müsse. Nach mehreren verlustreichen Jahren will GM spätestens 2016 in Europa schwarze Zahlen sehen. Im zweiten Quartal konnten die Rüsselsheimer ihre Verluste schon deutlich auf operativ 110 Millionen Dollar (84 Mio Euro) eindämmen.

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