Unternehmen Oper als Geschäft: Ausstellung zeigt Verdi-Originale

Eine gedruckte Ausgabe des Falstaff, verlegt bei der Casa Ricordi.

Eine gedruckte Ausgabe des Falstaff, verlegt bei der Casa Ricordi.© Bertelsmann

"Aida", "Traviata" und "Nabucco" - Giuseppe Verdi ist wohl der erfolgreichste Opernkomponist. Mit Originalen aus Mailand zeigt eine Ausstellung in Berlin den Italiener als erfolgreichen Geschäftsmann.

Schätze aus dem Archiv des Musikverlags Ricordi, darunter Originale von Giuseppe Verdis Opern „Otello“ und „Falstaff“ werden erstmals in einer Berliner Ausstellung gezeigt. Zum 200. Geburtstag des italienischen Komponisten präsentiert das dem Bertelsmann-Konzern gehörende „Archivio Ricordi“ Dokumente zum Geschäftsverhältnis Verdis zu seinem Verleger Giulio Ricordi sowie Hintergründe zum Operngeschäft.

Zur Durchsetzung der Werke hätten Verdi und Ricordi Opern, Partituren und Libretti gezielt vermarktet, sagte der Kurator der Ausstellung „Unternehmen Oper“, Gabriele Dotto, am Dienstag. Daraus sei eine in der Musikwelt einmalige Partnerschaft entstanden.

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Noch bis 15. September
Das Ricordi-Archiv zählt mit mehr als 7 800 Originalpartituren, darunter rund 600 Opern sowie rund 10 000 Textbüchern, zu den wichtigsten privaten Musiksammlungen. Die Ausstellung „Unternehmen Oper“ in der Berliner Bertelsmann-Vertretung wird von diesem Donnerstag bis zum 15. September gezeigt. Danach geht die Ausstellung nach Gütersloh und Mailand.

Sieben Jahre habe Ricordi bei Verdi gebettelt, damit der Komponist Shakespeares „Otello“ als Opernstoff verarbeitet, sagte Dotto. Zur Überzeugungsarbeit spannte Ricordi den erfolgreichen Librettisten Arrigo Boito ein. Schließlich willigte Verdi ein – und bekam einen Vorschuss von heute umgerechnet 900 000 Euro. Mit einem Großteil seiner Einkünfte finanzierte Verdi ein Seniorenheim für Künstler in Mailand, das bis heute besteht.

Die Ausstellung zeigt die Verträge sowie Ricordis Geschäftsbücher und zeichnet die Gespräche zwischen Komponist, Librettist und Verleger nach, um den geschäftlichen und künstlerischen Erfolg der Produktionen zu sichern. Zu den Ausstellungsstücken gehören unter anderem das handschriftliche Original zur berühmten „Falstaff“-Arie „Tutto nel mondo è burla“, sowie Entwurfzeichnungen für Kostüme und Bühnenbilder.

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