Unternehmen Pannenflughafen: BER soll jetzt schrittweise eröffnet werden

Simulation des neuen Berliner Flughafens

Simulation des neuen Berliner Flughafens© Alexander Obst / Marion Schmieding/Flughafen Berlin Brandenburg

Der Pannen-Flughafen BER bei Berlin soll so schnell wie möglich starten. Airport-Chef Mehdorn will deswegen keine Komplett-Eröffnung, sondern schrittweise vorgehen. Ob es bis 2014 klappt, ist unklar.

 

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Am Flugsteig B12 haben sie die Wartebänke für Passagiere erst mal wieder weggeschafft. Stattdessen: Baupläne, Computer, Schreibtische. Hier will der Chef des Hauptstadtflughafens Hartmut Mehdorn mit seiner Mannschaft endlich Tempo machen. Ein Jahr nachdem der Start des „modernsten Flughafens Europas“ spektakulär am 8. Mai platzte, hat der 70-Jährige im Terminal-Erdgeschoss sein „Powerhouse“ aufgemacht. Jeden morgen um 9 kommen die Führungskräfte in einer Konferenz zusammen, um die nächsten Schritte zu besprechen.

Am Jahrestag der peinlichen Absage nur vier Wochen vor dem Start trifft sich der Flughafen-Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung. Dabei soll der neue Posten eines Finanzgeschäftsführers geschaffen und die Ökonomin Heike Fölster eingestellt werden. Viel spannender ist jedoch, was die Kontrolleure von Mehdorns jüngsten Plänen halten. Der streitbare Manager hat sich dafür entschieden, den Flughafen in Etappen zu öffnen. Bis August will er sagen, wann es losgeht.

„Wir müssen nicht an einem Tag umziehen“

„Sicherlich ist es so, dass wir da nicht warten, bis irgendwo so’n Türchen aufgeht am 24. Dezember, und dann liegt der kleine Flughafen in der Krippe, sondern es wird eine schrittweise Inbetriebnahme geben“, sagte Mehdorn im RBB. Das Machbare solle gemacht werden. „Wir müssen nicht alle an einem Tag umziehen.“

Mit den Fluggesellschaften will Mehdorn die Details absprechen, wer zuerst einen Teil des neuen Terminals nutzen darf, und wer später aus Tegel oder dem benachbarten Schönefeld folgt, den beiden bisherigen Flughäfen. So könnte nach Medienberichten eine Airline schon im Frühjahr 2014 in den Nordflügel einziehen – sofern die Behörden dort den Brandschutz genehmigen, an dessen Mängeln die Abnahme des gesamten Gebäudes gescheitert ist.

Doch auch der Aufsichtsrat mit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) an der Spitze muss Mehdorns Idee gut finden. Seit der Terminabsage bestimmten politische Rangeleien, Schuldzuweisungen und Eitelkeiten das Bild. Auf der Baustelle tat sich wenig, seit Monaten ist sie für die Öffentlichkeit weitgehend unter Verschluss.

Bis heute fehlt der letzte Durchblick

„Sicherheit hat Vorrang“ – mit diesen Worten hatte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Verschiebung auf unbestimmte Zeit verteidigt. Brandschutz- und Entrauchung seien noch nicht ausgereift. Später stellte sich raus: Es gab etliche Baumängel und Planungsfehler. Unter dem Druck des Eröffnungstermins war auf der Baustelle völliges Chaos ausgebrochen. Bis heute fehlt der letzte Durchblick.

Horst Amann, im August als Hoffnungsträger vom Flughafen Frankfurt geholt, ist noch immer bei der Bestandsaufnahme, öffnet Decken, prüft Kabelstränge, plant um. Die Kosten sind seit Baubeginn auf 4,3 Milliarden Euro und damit das Doppelte angewachsen. Jeder weitere Monat Warten auf den neuen Flughafen kostet bis zu 40 Millionen Euro.

Mehrdorn bleibt zurückhaltend

Mehdorn, seit März im Amt, hat Amann inzwischen entmachtet. Der frühere Chef des Großkunden Air Berlin hat abgelöste Architekten zurückgeholt und den von Amann abgesetzten Gesamtprojektleiter rehabilitiert. Als Mehdorn am 1. Mai sein neues Team auf das gemeinsame Ziel einschwört, schwieg Amann, wie Teilnehmer berichteten.

Trotz aller Transparenzversprechen lässt sich auch Mehdorn bislang kaum in die Karten blicken. Seit einem halben Jahr gibt es kaum Fotos oder Kamerabilder aus dem Terminal. Ein Sprecher verteidigt die Zurückhaltung: „Wir wollen nicht so viel Tamtam machen, sondern arbeiten.“

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