Unternehmen Praktiker-Insolvenzverwalter prüft neues Sanierungskonzept

Einkaufswagen vor einer ehemaligen Praktiker-Filiale

Einkaufswagen vor einer ehemaligen Praktiker-Filiale© Praktiker

Wie geht es weiter mit Praktiker? Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft ein neues Sanierungskonzept und will möglichst viele Arbeitsplätze sichern. Unterdessen signalisierten bereits mehrere Konkurrenten Interesse an einzelnen Praktiker-Filialen.

Bei der insolventen Baumarktkette Praktiker sollen so viele Jobs wie möglich erhalten bleiben. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christopher Seagon prüft ein Sanierungskonzept. Zunächst müsse der Geschäftsbetrieb stabilisiert werden, um damit die Voraussetzung zu schaffen, möglichst viele Filialen und Arbeitsplätze zu sichern, erklärte er am Freitag in Hamburg. „Die Filialen bleiben geöffnet, der Verkauf geht mit allen Beschäftigten unverändert weiter.“

Nachdem bisherige Sanierungsversuche gescheitert waren, hatten am Donnerstag acht Praktiker-Tochterfirmen in Deutschland beim Amtsgericht Hamburg Insolvenz beantragt. Für sie ist Seagon zuständig. Um die Löhne und Gehälter der rund 8600 Mitarbeiter in den acht Gesellschaften sicherzustellen, will der Anwalt kurzfristig die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes beantragen. Der Insolvenzantrag für die Praktiker AG soll nach Angaben des Unternehmens in Kürze erfolgen. Praktiker schreibt seit Jahren rote Zahlen. Gläubiger hatten neue Finanzspritzen verweigert.

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Das Unternehmen betreibt in Deutschland insgesamt 315 Baumarkt-Filialen (Stand Ende März). Die derzeit 132 Max-Bahr-Märkte sowie das Auslandsgeschäft sind laut Unternehmen nicht von den Anträgen betroffen.

Praktiker hatte den Insolvenzantrag auch mit dem schwachen Geschäftsverlauf seit Jahresbeginn begründet. Nach Angaben des Branchenverbandes BHB sank angesichts des schlechten Wetters der Gesamtumsatz der Bau- und Heimwerkermärkte von Januar bis Ende Mai um 6,2 Prozent auf gut 7,4 Milliarden Euro brutto. Ausschlaggebend für den starken Rückgang war der März. Kälte und Regen verhagelten die Nachfrage im Gartensortiment.

Konkurrenten signalisieren Interesse an einzelnen Praktiker-Filialen

Unterdessen signalisierten mehrere Konkurrenten Interesse an einzelnen Praktiker-Filialen – darunter neben Hagebau und Obi auch Rewe, der Mutterkonzern der Toom Baumärkte, sowie Globus und Hornbach. Wenn solche Standorte auf den Markt kämen, werde man prüfen, ob sie ins Konzept von Hornbach passten, sagte Vorstandschef Albrecht Hornbach am Freitag. Hornbach sei aber nur selektiv an Einzelstandorten interessiert, die das eigene organische Wachstum ergänzen könnten.

Das Hauptproblem von Praktiker seien nicht die Rabattaktionen gewesen, sondern das hauptsächliche Wachstum durch Akquisitionen, sagte Hornbach. Die Rabatte seien letztlich eine Notaktion gewesen, um aus der unglücklichen Situation herauszukommen, in der sich Praktiker schon vorher befunden habe. Die Einbußen durch das kalte Frühjahr seien sicherlich ein Grund, warum dem Wettbewerber das Geld ausgegangen sei.

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