Unternehmen Preis- und Wettbewerbsdruck steigen

Die Zulieferindustrie sieht sich zunehmend unter dem Druck steigender Kosten und schwankender Rohstoffpreise. Hautptvorwurf: Großkunden - vor allem aus der Autoindustrie - würden auf längeren Preisbindungen beharren und das finanzielle Risiko vermehrt auf die mittelständischen Zulieferer abwälzen.

Große Preissprünge bei den Rohstoffen erschwerten laut der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie (ArGeZ) die Planungen und belasteten die Unternehmen erheblich. Die Umsatzrenditen zeigten wieder nach unten, sagte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft, Theodor Tutmann. Wegen der stetig steigenden Energiekosten werde die Lage weiter verschärft. Allein durch die Umlage für erneuerbare Energien werde die Zulieferindustrie 2011 mit rund 1 Mrd. Euro belastet. Diese Kosten müssten neu verteilt werden, die Härtefallregelung müsse auch für den stromintensiven Mittelstand gelten.

Die Wirtschaftskrise habe die Branche überwunden, sagte Tutmann weiter. Das Umsatzwachstum 2010 von 16,5 Prozent auf 191,5 Mrd. Euro habe die Erwartungen übertroffen. 2009 waren die Erlöse um 23,3 Prozent eingebrochen. Die Bestellungen nähmen zu, die Kapazitätsauslastung steige, die künftige Geschäftsentwicklung werde durchweg positiv gesehen.

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Die Katastrophe in Japan und die Unruhen in Nordafrika hätten die Erwartungen jedoch leicht gedämpft. Deren Folgen seien noch schwer abzuschätzen. „Derzeit sind unsere Lieferketten weitestgehend sichergestellt. Wir beobachten die Situation jedoch sehr aufmerksam“, sagte Tutmann. 2011 werde ein Umsatzwachstum von 7 Prozent erwartet, viele Betriebe rechneten damit, 2012 wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen. Die ArGeZ vertritt nach eigenen Angaben 10.000 Zulieferer mit einer Million Beschäftigten.

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