Unternehmen Preise im Großhandel heben ab

Die Teuerung 2011 ist mit 7,5 Prozent so hoch wie seit 1981 nicht mehr. Noch stärker als bei Öl und anderen Brennstoffen stiegen die Preise bei Getreide, Saatgut und Futtermitteln.

Teures Öl und hohe Metallkosten haben die deutschen Großhandelspreise 2011 so stark in die Höhe getrieben wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Die Händler mussten 7,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Einen höheren Anstieg hatte es in der Bundesrepublik zuletzt 1981 gegeben, als die Großhandelspreise um 7,7 Prozent nach oben schnellten.

Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, da sie die Richtung für die Preise im Einzelhandel vorgeben. Die Europäische Zentralbank rechnet damit, dass die Teuerungsrate in der Euro-Zone noch einige Monate über zwei Prozent liegen wird, danach aber unter diese Marke fallen wird, ab der laut Definition der EZB Preisstabilität herrscht.

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Zuletzt hat sich der Preisdruck jedoch abgemildert: Im Dezember 2011 blieben die Großhandelspreise zum Vormonat konstant. Zum Vorjahr ergab sich ein Zuwachs um drei Prozent. Damit fiel der Anstieg wesentlich niedriger aus als im November, als ein Plus von 4,9 Prozent zu verzeichnen war.

Preistreiber waren im vergangenen Jahr feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse: Sie verteuerten sich um 15,3 Prozent. Die Preise für Getreide, Saatgut und Futtermittel stiegen noch weit stärker – und zwar um 35 Prozent. Erze und Metalle verteuerten sich um zehn Prozent. Die Großhandelsverkaufspreise für Obst und Gemüse legten 2011 mit plus 1,4 Prozent zum Vorjahr vergleichsweise moderat zu. Im Dezember 2011 erhöhte sich das Preisniveau gegenüber dem Vorjahresmonat nur minimal um 0,1 Prozent.

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