Unternehmen Prokon will Insolvenzverfahren vermeiden

Eine Windkraftanlage

Eine Windkraftanlage© Gina Sanders - Fotolia.com

Die Geschäftsführung des Windanlagen-Finanziers Prokon ist überzeugt, dass das Unternehmen nicht auf ein Insolvenzverfahren angewiesen ist. Anleger müssen weiter zittern und hoffen: Sie können erst in drei Monaten Klarheit über die Zukunft der Firma erwarten.

Der Windanlagen-Finanzier Prokon will eine endgültige Insolvenz abwenden und sich eine neue Struktur geben. Die Geschäftsführung sei überzeugt, dass kein Insolvenzverfahren eröffnet werden müsse, heißt es in einem Schreiben von Geschäftsführer Carsten Rodbertus und dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin an die Anleger, das auf der Internet-Seite des Unternehmens veröffentlicht wurde. „Ob ein Insolvenzverfahren später eröffnet wird, hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob das Gericht Ende April das Vorliegen eines Insolvenzgrundes feststellt“, heißt es in dem Schreiben. Zu dieser Frage werde Penzlin dem Gericht ein Gutachten erstatten.

Prokon hatte vor einer Woche einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem die Zinsen für rund 1,4 Milliarden Euro Genusskapital nicht mehr beglichen werden konnten und viele Anleger ihr Geld zurückforderten. „Oberstes Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist die Sicherung und der Erhalt des Unternehmensvermögens“, schreiben Rodbertus und Penzlin an die Anleger. Um die Werthaltigkeit des Anlagevermögens zu ermitteln, werde in einem ersten Schritt kurzfristig von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ein Gutachten über den Wert der Windenergieanlagen erstellt. Prokon habe zudem erste Verhandlungen über den Verkauf einzelner Projekte aufgenommen. Der Geschäftsabschluss für 2013 soll zügig fertiggestellt und von einem Prüfer testiert werden.

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Prokon beantwortet derzeit keine Anfragen

Für den Fall, dass die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vermieden werden kann, erarbeite die Geschäftsführung ein Konzept für die Restrukturierung von Prokon. Dazu könne eine Änderung der Genussrechtsbedingungen oder der Rechtsform in eine Genossenschaft oder Aktiengesellschaft gehören. „Einzelheiten hierzu können zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht mitgeteilt werden“, heißt es in dem Schreiben. Mehr Klarheit solle es noch im Laufe des vorläufigen Insolvenzverfahrens geben, eventuell im Februar oder März.

Der vorläufige Insolvenzverwalter und der Geschäftsführer weisen die Anleger erneut darauf hin, dass gegenwärtig keine Anfragen beantwortet werden, auch nicht vom Insolvenzgericht. Es seien weder Zinszahlungen noch Rückzahlungen auf gekündigtes Genussrechtskapital möglich; Zahlungsaufforderungen würden nicht bearbeitet. Rodbertus appelliert in einem nur von ihm unterschriebenen Zusatz nochmals an die Anleger, ihr Kapital im Unternehmen zu lassen und einer verlängerten Kündigungsfrist für die Genussrechte zuzustimmen. Mehr als 75.000 Anleger haben dem Unternehmen 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um damit in erneuerbare Energien zu investieren. Davon sind zur Zeit 111 Millionen Euro gekündigt.

1 Kommentar
  • VolkerLangeHH 7. Februar 2014 19:32

    Ich verfolge das brisante Thema seit Nikolaus täglich sehr intensiv, wurde als mit zitierten Original-Zahlen mahnender Kritiker in deren Chat-Forum FvP(Freunde von Prokon) undemokratisch gesperrt.

    E i n s t ü r m i s c h e s N a t u r – S c h a u s p i e l, n a c h h a l t i g:
    Das schöne Geld der meist kfm. etwas naiven, größtenteils hochzinsgierigen Anleger wurde in kleinen u. großen Scheinen nicht nur bei Bio-Idealisten innerhalb von ein paar Quartalen zehntausendfach eingesammelt. Nun wurde das mit ursprünglich Sparer-Werten bedruckte Papier, von denen in gutem Öko-Glauben mal quasi treuhänderisch überlassen,
    v. PROKON/Haupt-GF CARSTEN W. RODBERTUS „mehrstufig spezialveredelt“.
    Zuerst in der 2011+2012 *defizitären Magdeburger Pflanzenöl-Mühle der benötigte Finanzmittel-Saft ausgepresst. Dann in D, POL, FIN windigen Parks, oft funktionierend, manchmal nur im Bau oder gar Planung, durch die im Schnitt viel zu selten gegenüber der ambitionierten Amortisations-Kalkulation ausgelasteten Rotorblätter gehäckselt,
    m. neuerdings eigener Entwicklung teurer Prototyp.
    Danach die stark geschrumpften Resteinlagen der stimmlosen Genußrechteinhaber mit vereinbartem Rangrücktritt (alternativ treffender lt. BWL-Def. Wagniskapitalgeber mit Totalausfall-Risiko des unregulierten grauen Marktes), als Schnipsel samt Eigentums-strittigem rumänischen Waldholz beim dafür extra vollfinanzierten Kooperationspartner in Torgau in verbrennbaren Pellets geformt.
    Zum bitteren Schluss auf dort selbst gezimmerten Euro-Paletten (bedauerlicherweise nicht
    €-Paletten), nach gemäß homepage ungefähr 1/4 Milliarde… Konzern-Verlust in nur 2 Jahren,
    endlich zum Amtsgericht IZ für Inso.-Antrag gebracht.
    Diese ländliche Justizbehörde leitete die gefährliche Fracht sofort weiter
    z. Oberstaatsanwaltschaft in die Hansestadt Lübeck Vorermittlungsteam f. Wirtschaftsdelikte
    wg. diverser Strafanzeigen z.B. vorsätzlichen Täuschungen/versuchten Betrügereien
    =incl. Verdacht Schneeballsystem,
    Stopfung alter Deckungslücken und Ausschüttungen mit immer neuen frischen Anlegern.

    > Und die Moral von der traurigen Energiewende-Geschicht ???
    < Solch chaotische Greentec-Projekte rechnen sich leider nicht !!!

    *exemplarisch für die Fa.-Gruppe Minus 21Mio.+Minus 37Mio.,
    letzter Bilanz-Entwurf allerdings ebenfalls ohne WP-Testat mangels offizieller HBG-Konformität.

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