Unternehmen Prüfkonzerne DNV und GL gehen zusammen

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Die beiden technischen Prüfgesellschaften DNV und Germanischer Lloyd (GL) schließen sich zusammen. Das fusionierte Unternehmen DNV GL Group werde mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und 17.000 Beschäftigten in 100 Ländern das weltweit drittgrößte Unternehmen in der Prüf- und Zertifizierungsbranche, teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag in Hamburg mit. Durch die Fusion könnten DNV und GL ihre starke Marktposition weiter ausbauen. „Diese Geschichte handelt von Wachstum, sie handelt nicht vom Kostensparen“, sagte DNV-Chef Henrik O. Madsen.

DNV und GL sind ähnliche Unternehmen mit einem vergleichbaren Profil. Sie entstanden vor rund 150 Jahren als Prüfgesellschaften für die Schifffahrt in Oslo und Hamburg. Die Schiffs-Klassifikation ist immer noch ein bedeutendes Geschäftsfeld beider Unternehmen. Einen größeren Teil des Umsatzes erwirtschaften sie aber mit technischen Prüfungen für die Öl- und Gasindustrie, die Energiewirtschaft und mit Management-Zertifizierung. Global wird die Branche unter dem Kürzel TIC (Testing, Inspection, Certification) geführt und erreicht rund 18 Milliarden Euro Jahresumsatz. Die größten Unternehmen sind SGS aus der Schweiz und Bureau Veritas (BV) aus Frankreich. Aus Deutschland gehören Dekra, TÜV Süd, TÜV Rheinland und TÜV Nord zu den globalen Spitzenunternehmen.

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Die Zentrale werde in Oslo angesiedelt; Hamburg wird das Hauptquartier für den Bereich der maritimen Dienstleistungen, sagte Madsen. Rund 13.000 Schiffe werden künftig von DNV GL geprüft auf den Weltmeeren fahren. An dem neuen Unternehmen hält die Stiftung Det Norske Veritas 63,5 Prozent der Anteile. 36,5 Prozent gehen an die Mayfair-Holding, die das Vermögen des ehemaligen Tchibo-Chefs Günter Herz und seiner Schwester Daniela verwaltet. Mayfair hatte den Germanischen Lloyd vor sechs Jahren gekauft und damit auch eine feindliche Übernahme durch den französischen Konkurrenten BV abgewehrt. Schon damals gehörte auch DNV zu den Interessenten. Herz will langfristig bei dem neuen Unternehmen engagiert bleiben.

Bei der Fusion werden lediglich Anteile getauscht; es geht kein Geld über den Tisch. Die Besitzverhältnisse an dem neuen Unternehmen geben die Größenverhältnisse wieder, gemessen an Umsatz, Aufträgen und Beschäftigten. Die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze in Hamburg sind noch unklar. Der GL beschäftigt gegenwärtig 6700 Mitarbeiter, im künftigen Geschäftsbereich Maritime werden rund 5600 Beschäftigte tätig sein. Die Arbeitsplätze sind über die Welt verstreut.

Prüfung ist ein sehr qualifiziertes und personalintensives Geschäft. Rund 80 Prozent der Mitarbeiter verfügen über einen Hochschulabschluss, zumeist als Ingenieur. Generell sei kein nennenswerter Personalabbau geplant. Vielmehr wolle das Unternehmen wachsen, sagte der DNV-Chef.

Madsen wies auf die enormen Herausforderungen hin, vor denen die Wirtschaft global stehe. „Die Welt wandelt sich, es gibt viele Chancen“, sagte er. Nicht nur Länder wie Indien müssten zum Beispiel ihre Energie-Infrastruktur aufbauen, sondern notwendig sei das auch in den USA. Die neuen Energienetze seien intelligent mit dem Internet verknüpft, neue Technologien werden eingesetzt. In Deutschland erfordere die Energiewende neue Windkraftwerke und Stromnetze.

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