Unternehmen Quelle-Erbin zu außergerichtlicher Einigung bereit

Sie war eine der reichsten Deutschen, beteiligte sich an dem inzwischen insolventen Arcandor-Konzern - und verlor ihr Geld. Statt einer Klage will Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz die Angelegenheit außergerichtlich regeln.

Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz will sich im Milliardenstreit mit dem Bankhaus Sal. Oppenheim und ihrem früheren Vermögensverwalter Josef Esch nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ außergerichtlich einigen. „Wir sind in Vergleichsverhandlungen, sagen aber nichts zu deren Stand, den Inhalten oder der Tendenz“, zitierte das Blatt ihren Anwalt Peter Rath am Samstag. Für Nachfragen war er zunächst nicht zu erreichen.

Es sei guter Wille vorhanden, die Auseinandersetzung ohne öffentlichkeitswirksame Prozesse beizulegen, berichtete die „SZ“ unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die 68-Jährige kämpfe nicht mehr um jede einzelne Million und habe Kompromissbereitschaft signalisiert. Es gehe ihr darum, sich ein „standesgemäßes Leben zu sichern“. Sal. Oppenheim gab dem Blatt zufolge an, sich mit Blick auf das Bankgeheimnis nicht äußern zu wollen. Die Bank stehe „mit allen Kunden im Dialog, so auch mit Frau Schickedanz“, hieß es lediglich.

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Die Quelle-Erbin, damals eine der reichsten Deutschen, hatte sich in großem Stil an dem 2009 zusammengebrochenen Handelskonzern Arcandor (vormals KarstadtQuelle) beteiligt. Durch die Arcando-Insolvenz verlor sie fast ihr gesamtes Vermögen und versucht seither, auf dem Klageweg ihr Geld zurückzubekommen, da sie sich falsch beraten fühlt. Den Streitwert bezifferte das Landgericht Köln, vor dem die Verhandlung nach früheren Angaben am 18. Dezember beginnen soll, auf 1,9 Mrd. Euro.

Beklagt sind unter anderem Sal. Oppenheim und Schickedanz‘ früherer Vermögensberater Esch. Deren Sprecher hatten die Vorwürfe bereits früher zurückgewiesen. Insgesamt gibt es 14 Beklagte. Der „SZ“ zufolge ist eine außergerichtliche Lösung zum Jahresende oder Anfang 2013 denkbar.

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