Unternehmen Aufsichtsrat billigt Teilstart des Hauptstadtflughafens

Simulation des Flughafens BER

Simulation des Flughafens BER© Alexander Obst / Marion Schmieding (Flughafen Berlin Brandenburg)

Mit höchstens 1500 Passagieren am Tag soll der neue Berliner Flughafen zunächst in Betrieb gehen. Mehdorn holt sich dafür einen erfahrenen alten Bekannten an Bord.

Der Berliner Airportchef Hartmut Mehdorn will möglichst im März oder April 2014 mit dem Testbetrieb auf dem neuen Hauptstadtflughafen in Schönefeld beginnen. Maximal zehn Maschinen sollen dann pro Tag dort starten und landen, kündigte Mehdorn am Freitag in Schönefeld an. Der Aufsichtsrat forderte den Geschäftsführer am Abend auf, sein Konzept weiterzuverfolgen. Ein Gegenkonzept des Technikchefs Horst Amann erhielt keine Zustimmung, wie aus Aufsichtsratskreisen verlautete.

Mehdorn will jedoch mit höchstens zehn Flügen am Tag starten und dafür den Nordflügel umbauen. Er solle sich dafür auch um eine neue Baugenehmigung kümmern, wie es hieß. Das war bislang Amanns Aufgabe. Der zuständige Landrat Stephan Loge hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt.

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Terminplan für Gesamtfertigstellung in zwei bis drei Monaten

Mehdorn plant, in dem als Wartehalle gebauten Nordflügel des Terminals vorübergehend Gepäckbänder und Check-In-Schalter für 5,9 Millionen Euro aufzustellen. Später sollen zuerst die Fluggesellschaften aus Tegel zum Neubau umziehen, anschließend Schritt für Schritt die Airlines vom bestehenden Schönefelder Flughafen.

Einen Terminplan für die Gesamtfertigstellung will Mehdorn in den nächsten zwei bis drei Monaten dem Aufsichtsrat vorlegen. „Das muss ein Termin sein, den wir risikofrei erreichen können.“ Dazu werden zwei neue Bauleiter eingesetzt, wie in Branchenkreisen zu hören war: die bisherige Arbeitsschutzleiterin des Flughafens, Regina Töpfer, und der Architekt Hany Azer, mit dem Mehdorn schon den Berliner Hauptbahnhof baute. Sie ersetzen zwei Vertraute Amanns.

Mehdorn, der seit Monaten beim Flughafenbau aufs Tempo drückt, sagte nun: „Qualität geht vor Schnelligkeit.“ In den nächsten vier Wochen will er Siemens unter Vertrag nehmen, damit das Unternehmen die Frischluftzufuhr für das Hauptterminal im Brandfall umbaut. „Siemens glaubt, im Frühherbst nächsten Jahres fertig zu sein. Wir glauben, dass das schneller gehen kann.“

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