Unternehmen Teure Rechtsstreite verhageln Deutscher Bank das Quartalsergebnis

Das Führungsduo der Deutschen Bank: Jürgen Fitschen und Anshu Jain.

Das Führungsduo der Deutschen Bank: Jürgen Fitschen und Anshu Jain.© Mario Andreya/Deutsche Bank

Die Deutsche Bank verdient im zweiten Quartal deutlich weniger als erwartet. Zwar läuft es im wichtigen Investmentbanking besser als zuletzt. Doch teure Rechtsstreitigkeiten drückten den Gewinn stark nach unten.

Teure Rechtsstreitigkeiten haben der Deutschen Bank die Bilanz des zweiten Quartals verhagelt. Deutschlands größtes Geldinstitut verdiente von April bis Ende Juni 2013 überraschend wenig – trotz der guten Stimmung an den Finanzmärkten. Der Vorsteuergewinn sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 792 Millionen Euro ab, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Der Überschuss halbierte sich sogar auf 335 Millionen Euro.

Grund für das vergleichsweise schwache Ergebnis sind zusätzliche Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten. Die Deutsche Bank legte weitere 630 Millionen Euro zur Seite. Damit belaufen sich die Rückstellungen nun auf insgesamt drei Milliarden Euro. Der Konzern hat an zahlreichen juristischen Fronten zu kämpfen: Kirch-Prozess, Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze und Klagen wegen Hypothekengeschäften in den USA aus der Zeit vor der Finanzkrise.

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Analysten hatten nach glänzenden Quartalszahlen der US-Konkurrenz mit einem Gewinnanstieg auch beim deutschen Branchenprimus gerechnet. Zwar lief es auch bei der Deutschen Bank in ihren wichtigsten Sparte, dem Investmentbanking, zuletzt wieder besser. Doch das konnte die Belastungen aus juristischen Auseinandersetzungen nicht ausgleichen.

„Harte“ Kernkapitalquote steigt

Das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen zeigte sich gleichwohl zufrieden mit dem Quartalsergebnis: „Im zweiten Quartal haben unsere Kerngeschäftsfelder gute Ergebnisse geliefert“, erklärten die beiden Co-Chefs in einer Mitteilung. Im gesamten ersten Halbjahr lag der Vorsteuergewinn mit 3,2 Milliarden Euro um zwölf Prozent über dem Vorjahreswert, der Überschuss fiel mit knapp unter 2,0 Milliarden Euro um vier Prozent geringer aus.

Als Erfolg feiert das Management, die wichtige „harte“ Kernkapitalquote gemessen an den künftigen strengeren Auflagen der Regulierer – Stichwort „Basel III“ – sprunghaft gesteigert zu haben: Nach der Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro im April stieg der wichtige Kennwert unter Einbeziehung der erst ab 2019 voll gültigen internationalen Regeln im zweiten Quartal auf zehn Prozent. Angestrebt hatte die Bank diesen Wert erst für 2015. Ende März lag die harte Kernkapitalquote noch bei 8,8 Prozent, Ende 2012 bei 7,8 Prozent.

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