Unternehmen Rettung für insolventen TV-Hersteller? Loewe erhält Kaufangebot

Made in Germany: Fertigung bei Loewe

Made in Germany: Fertigung bei Loewe© Loewe AG

Beim insolventen Fernseher-Hersteller Loewe keimt wieder Hoffnung auf. Ein Investor hat ein konkretes, schriftliches Angebot vorgelegt. Damit könnten viele Arbeitsplätze gerettet werden. Den geplagten Aktionären hilft die Kauf-Offerte aber nicht.

Der schwer angeschlagene Fernseher-Hersteller Loewe hat nach monatelanger Suche einen Käufer gefunden. Ein Investor habe ein konkretes, schriftliches Angebot für den Kauf des Geschäftsbetriebs vorgelegt, teilte das Unternehmen am Montag im fränkischen Kronach mit. „Wir haben damit den entscheidenden Meilenstein erreicht, der Loewe wieder auf einen erfolgreichen Weg führen wird“, sagte Vorstandschef Matthias Harsch. Der Investor wolle sich allerdings nicht an der heutigen Loewe-Aktiengesellschaft beteiligen, hieß es.

Zum Namen des Investors oder einem Kaufpreis äußerte sich Loewe zunächst nicht. Ein Kaufvertrag sei noch nicht unterschrieben, die Prüfung des Angebots habe aber bereits begonnen. „Möglich ist zudem, dass noch weitere Interessenten konkrete Angebote vorlegen“, erklärte das Unternehmen. Loewe hatte nach hohen Verlusten ein Insolvenzverfahren beantragt und sucht seit Monaten nach einem rettenden Investor. Hunderte Mitarbeiter in Kronach bangen seit Monaten um ihre Arbeitsplätze.

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Aktie bricht zeitweise um mehr als 40 Prozent ein

An der Börse sorgte die Nachricht trotzdem für schlechte Stimmung. Da der Kaufinteressent sich nicht an der Loewe AG beteiligen will, könnten die Aktionäre letztlich leer ausgehen und ihre Anteile wertlos werden. Der Investor könnte den Geschäftsbetrieb beispielsweise in eine GmbH übertragen. Die Aktie brach zeitweise um mehr als 40 Prozent auf 2,05 Euro ein. Wegen der Probleme des Unternehmens hatte sie bereits in den vergangenen Monaten stark an Wert verloren.

Loewe ist auf Premium-Geräte im Bereich TV und Audio spezialisiert und leidet enorm unter dem Preiskampf in der Branche und der harten Konkurrenz aus Asien. Der Umsatz fiel binnen fünf Jahren um mehr als 100 Millionen Euro. Im vergangen Jahr schrieb Loewe einen Verlust vor Zinsen und Steuern von knapp 30 Millionen Euro. Zahlreiche Arbeitsplätze wurden bereits gestrichen. Derzeit beschäftigt Loewe noch rund 650 Menschen.

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