Unternehmen Rettung von Max Bahr gescheitert

Max-Bahr-Baumarkt: Die Krise des Praktiker-Konzerns hatte auch das Tochterunternehmen erfasst

Max-Bahr-Baumarkt: Die Krise des Praktiker-Konzerns hatte auch das Tochterunternehmen erfasst© Max Bahr

Alles sah nach einer Rettung der insolventen Baumarktkette Max Bahr aus. Doch die Hoffnungen haben sich zerschlagen. Ein Verkauf an ein Konsortium um die Dortmunder Hellweg-Gruppe ist gescheitert. 3600 Arbeitsplätze stehen jetzt auf der Kippe.

Die insolvente Baumarktkette Max Bahr wird zerschlagen. Die Übernahme von 73 Märkten durch die Dortmunder Hellweg-Gruppe sei gescheitert, teilte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder am Freitag in Hamburg mit. Es sei nicht gelungen, sich mit der ebenfalls insolventen Hauptvermieterin Moor Park MB über die Mietverhältnisse zu einigen. Moor Park vermietet 66 der 73 Standorte, die das Konsortium um Hellweg übernehmen wollte.

Hinter Moor Park steht die Royal Bank of Scotland (RBS) als Hauptgläubiger. Diese verwaltet als dessen Finanzier die Gebäude. Die Bank forderte von der Hellweg-Gruppe für die Zustimmung zur Übernahme eine Mietbürgschaft in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Da das mittelständische Familienunternehmen diese nicht stellen wollte, ist der gesamte Deal geplatzt.

Anzeige

Dabei war die Hoffnung der rund 3600 Beschäftigten der alten Bestandsmärkte der Praktiker-Tochter zuletzt groß. Der Gläubigerausschuss hatte dem Vertrag mit dem Bieterkonsortium um Hellweg und den ehemaligen Max-Bahr-Chef Dirk Möhrle Anfang November zugestimmt. Es fehlte nur noch die Unterschrift der Royal Bank of Scotland, um die Zukunft der 73 Märkte zu sichern.

Konkurrenten wollen zahlreiche Standorte übernehmen

Nun bleibt von dem ehemaligen Praktiker-Konzern mit seiner Tochtergesellschaft Max Bahr nichts übrig. Die Kette umfasste einmal 315 Märkte und beschäftigte rund 15.000 Mitarbeiter. Die meisten Standorte sind bereits geräumt oder im Ausverkauf und sollen einzeln verwertet werden.

Auch die Max-Bahr-Märkte werden nun ausverkauft. Ziel sei es nun, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, sagte Insolvenzverwalter Jens-Sören Schröder. Für zahlreiche Standorte lägen bereits konkrete Interessensbekundungen von namhaften Unternehmen aus der deutschen Baumarkt‐Branche vor.

Max Bahr hatte im Juli Insolvenz angemeldet

Max Bahr war Ende Juli in die Pleite geschlittert. Zwei Wochen zuvor hatte Praktiker Insolvenz angemeldet. Von den ursprünglich 78 Märkten, die zur alten Baumarktkette Max Bahr zählen, waren im Oktober bereits fünf herausgenommen und in den Ausverkauf gegeben worden. Für die 54 Filialen mit 2800 Beschäftigten, die seit September 2012 von Praktiker auf Max Bahr umgeflaggt worden waren, sollten zuletzt Einzellösungen gesucht werden.

Praktiker hatte Max Bahr 2007 aus dem Besitz der Familie Möhrle übernommen. Peter Möhrle hatte die Baumarktkette zu einem der größten Baumarktunternehmen Deutschlands aufgebaut, gemeinsam mit seinem Sohn Dirk. Dirk Möhrle ist Minderheitsgesellschafter des Verlags Impulse Medien GmbH.

Mit dpa

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...