Unternehmen Rewe will ProMarkt verkaufen – notfalls scheibchenweise

Rewe prüft eine Trennung von der verlustreichen Tochter ProMarkt

Rewe prüft eine Trennung von der verlustreichen Tochter ProMarkt © REWE Unterhaltungselektronik

Rewe will bei der verlustreichen Tochter ProMarkt die Reißleine ziehen. Der Vorstand lässt einen Verkauf der Kette prüfen. Auch ein Verkauf der Filialen wird dabei in Betracht gezogen. Damit könnte der Preiskampf bei der Unterhaltungselektronik ein namhaftes Opfer fordern.

Der Handelsriese Rewe bläst im hartumkämpften Markt für Unterhaltungselektronik zum Rückzug. Der Kölner Konzern prüft eine Trennung von ProMarkt, teilte der Vorstand am Mittwoch mit. Die Geschäftsführung der Tochter soll alle Verkaufsoptionen – von einem Komplettverkauf der Sparte bis zum Verkauf von Filialen – ausloten. Damit scheint inzwischen auch nicht mehr ausgeschlossen, dass die verlustreiche Kette durch Aufteilung vom Markt verschwinden könnte. Branchenkreisen zufolge hat Rewe aber schon ergebnislose Versuche unternommen, ProMarkt komplett oder in großen Teilen zu verkaufen.

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Rewe-Vorstandsmitglied Frank Wiemer begründete die Verkaufsprüfung bei der Tochter ProMarkt mit einem enorm verschärften Wettbewerb im Bereich der Unterhaltungselektronik. Das Abwandern von Umsatzanteilen in das Internet bezeichnete er als dramatisch. „Perspektiven für eine profitable Zukunft des stationären Geschäfts von ProMarkt sind derzeit auch mittelfristig nicht gegeben“, erklärte er. Mit einem Marktanteil von zuletzt 1,4 Prozent bei Unterhaltungselektronik in Deutschland fehlten die Voraussetzungen für eine Restrukturierung von ProMarkt aus eigener Kraft. Zum Zeitplan der Verkaufsprüfung machte Rewe, deren Kerngeschäft Lebensmittel und Reisen sind, keine Angaben.

Der Umsatz von ProMarkt brach 2012 um 15,5 Prozent ein. Von 68 Filialen wurden 13 geschlossen. 2011 war der Umsatz bereits um 3,8 Prozent auf knapp 600 Millionen Euro gesunken. Aktuell hat ProMarkt 54 Filialen und rund 1400 Mitarbeiter. Zur Höhe der Verluste machte die Rewe keine Angaben. Nach einem früheren Bericht der „Lebensmittel Zeitung“ wurde in Branchenkreisen allein für das Jahr 2011 von einem Verlust bei ProMarkt von ungefähr 40 Millionen Euro ausgegangen.

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