Unternehmen Risiken für deutsche Exporteure steigen

Die deutschen Exporteure spüren erste Auswirkungen der Euro-Krise: Neben verteuerten Ausfuhr-Krediten, werden Export-Ausfälle immer häufiger. Bis Ende September musste der Bund bereits 338 Millionen Euro für staatlich gedeckte Ausfälle auszahlen.

Die Finanzkrise zeigt erste Wirkung auf die deutsche Exportwirtschaft. „Unternehmen berichten, dass Exportfinanzierungen teurer werden“, sagte Andreas Klasen, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse Coopers, impulse. Mittelständler seien zudem „klar im Nachteil im Vergleich zu multinationalen Konzernen“, da sie sich schwer tun, eine Bank zu finden, die ihre Ausfuhren finanziert. Kleinere Unternehmen müssten daher „deutlich mehr aus eigener Kraft finanzieren“, sagte Klasen, der gemeinsam mit Hans Janus, Vorstand des Kreditversicherers Euler Hermes, für die Vergabe staatlicher Exportkreditgarantien – der so genannten Hermesdeckung – verantwortlich ist.

Euler-Hermes-Vorstand Janus ergänzte, dass zudem die ab 2013 geltenden neuen Bankregularien (Basel III) Exportkredite weiter verteuern dürften. Zwar rechnet er weiterhin mit der Bereitstellung von Finanzierungen durch die Institute. „Das Ganze wird dann allerdings auf einem höheren Preisniveau stattfinden als heute“, so Janus gegenüber impulse. Und das gelte auch bei Vorliegen einer staatlichen Garantie für solche Kredite.

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338 Millionen Euro Entschädigung

Bis Ende September hatte der Bund in diesem Jahr bereits 338 Millionen Euro Entschädigungen an deutsche Exporteure ausgezahlt, die Ausfälle bei ihren Exporten verzeichneten und hierfür eine Hermesdeckung hatten. Im gesamten Vorjahr lag die Summe der Entschädigungen nur bei 282 Millionen Euro. Das Gros der jüngsten Zahlungen erfolgte für Schäden im Handel mit Kasachstan (224 Mio. Euro), wo eine Bankenkrise die gesamte Wirtschaft traf.

Als großes Problem für deutsche Exporteure sehen Klasen und Janus das Fehlen eines global gültigen Regelwerks für die staatliche Exportförderung. Dies zeige sich vor allem in Afrika, Osteuropa und Zentralasien, wo die Deutschen oft in Konkurrenz zu chinesischen Firmen stehen, die sehr günstige Angebote machen würden. Das sei nur möglich, weil die chinesischen Exporteure „auch eine sehr günstige Finanzierung von staatlichen oder staatsnahen Institutionen erhalten“, sagte Janus. „Das bereitet uns Sorge. Denn deutsche Exporteure sind da chancenlos“.

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