Unternehmen Rösler: Deutschland muss in IT-Weltspitze

Bei seiner Reise ins Silicon Valley will Wirtschaftsminister Rösler herausfinden, warum dort immer wieder die Gründung erfolgreicher IT-Konzerne gelingt. Deutsche Startups müssen sich aber nicht verstecken, sagt der Ressortchef.

 

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Die deutsche Computer- und Software-Industrie kann nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bis 2020 den Sprung in die Weltspitze schaffen. „Unser Ziel ist es, dass Deutschland bis zum Ende des Jahrzehnts bei der Informations- und Kommunikationstechnologie unter den führenden drei Nationen liegt“, sagte Rösler vor seiner Abreise in die USA. Im Silicon Valley in Kalifornien will Rösler erfahren, warum dort immer wieder so erfolgreich IT-Konzerne gegründet werden.

Bei seiner Ankunft in San Francisco betonte Rösler, Deutschland sei beim IT-Boom keineswegs zu spät dran. Allerdings sei es nicht einfach, große US-Investoren davon zu überzeugen, Wagniskapital in neu gegründete Firmen in Berlin und nicht in Kalifornien, Tel Aviv oder London zu investieren. Deshalb sei er nach San Francisco geflogen: „Wir müssen etwas tun, um ernstgenommen zu werden.“ Deutsche Startups bräuchten sich nicht zu verstecken.

Begleitet wird der Vizekanzler auf seiner fünftägigen Reise von mehr als 100 Managern junger deutscher IT-Firmen. Diese Startups wollen mit Anwendungen im und für das Internet wie ihre US-Vorbilder den Durchbruch schaffen.

750 Millionen Euro Wagniskapital

Ziel der Bundesregierung sei es, die Zahl der Neugründungen im Computer- und Software-Bereich von derzeit jährlich 9000 auf 18 000 zu verdoppeln. Dafür sollen künftig 750 Millionen Euro Wagniskapital mobilisiert werden – aktuell sind es 250 Millionen in der deutschen Branche. Rösler will im Silicon Valley unter anderem Google, Facebook, Apple und Twitter besuchen. An der Stanford Universitat hält er vor Studenten an diesem Dienstag (Ortszeit) eine Rede, um die IT-Profis von morgen nach Deutschland zu locken.

Die weitere Digitalierung sei der Schlüssel, um Wachstum und Wohlstand zu sichern. „Wenn wir die digitale Wirtschaft stärken, machen wir Deutschland fit für die Zukunft.“ Dafür sei es sinnvoll, wenn sich deutsche Gründer stärker mit US-Unternehmen im Silicon Valley vernetzten. Die Start-ups haben 875 000 Beschäftigte – das ist weltweit Platz 6.

Am Donnerstag wird Rösler dann zu Gesprächen mit Regierungsvertretern in Washington erwartet. Auch ein Treffen mit US-Notenbankchef Ben Bernanke ist geplant. Am Freitag kehrt der FDP-Chef nach Berlin zurück.

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