Unternehmen SAP-Gründer Plattner Mitglied bei „The Giving Pledge“

Ein paar Münzen in die Sammeldose? Nicht bei "The Giving Pledge". Mitmachen bei der Spendeninitiative dürfen nur Milliardäre. Jetzt ist auch SAP-Gründer Hasso Plattner Mitglied.

SAP -Mitbegründer Hasso Plattner ist neues Mitglied der Spendeninitiative „The Giving Pledge“ von Warren Buffett und Bill Gates. Das gab der exklusive Club der Superspender, zu deutsch „Das Spendenversprechen“, am Dienstag (Ortszeit) in New York bekannt.

„Vor mehr als 20 Jahren habe ich eine Stiftung ins Leben gerufen, die sich auf Bildung und globale Gesundheitsprobleme konzentriert“, sagte Plattner laut „The Giving Pledge“. „Es ist eine enorme Belohnung, wenn man die Wirkung sieht, die eine Spende haben kann.“

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Am Mittwoch hatte es zunächst Verwirrung über die Mitgliedschaft gegeben. Nach mehreren Medienberichten hat Plattner die Mitgliedschaft dementiert. Die SAP-Pressestelle versendete am Nachmittag jedoch ein Statement im Namen Plattners, wonach er sich freue, Mitglied der Stiftung zu sein und das gesamte Kapital seiner Förderstiftung mit den Schwerpunkten Bildung, Kultur und Gesundheit im Sinne des weltweiten Anspruchs von „Giving Pledge“ einsetzen. „Bildung und Gesundheit sind ganz wesentliche Voraussetzungen für Menschen, um ihre Leben sinnvoll und erfolgreich zu gestalten“, hieß es darin weiter.

Er habe das Privileg gehabt, praktisch kostenlos an der Karlsruher Universität als einer der besten technischen Hochschulen Deutschlands zu studieren, schrieb Plattner in einem Brief, der auf der Homepage der Initiative veröffentlicht ist. „Ohne Frage war das das Fundament meines persönlichen Erfolgs.“ Er fühle sich zwar seinem Unternehmen verpflichtet, „aber ich möchte auch der Gesellschaft etwas zurückgeben, die meine Ausbildung möglich gemacht hat. Die Stiftung ist eine Möglichkeit, beides zu tun.“

Damit wäre der 69-Jährige neben Nicolas Berggruen Nicolas Berggruen (51) der einzige Deutsche im exklusiven Club der Superspender. Der Karstadt-Retter hat neben der deutschen allerdings auch die US-amerikanische Staatsangehörigkeit.

Aufnahmekriterium: mindestens 50 Prozent des Vermögens zu spenden

Aufnahmekriterium ist den Angaben der Organisation zufolge, die Abgabe von mindestens 50 Prozent des Vermögens im Sinne der Initiative zuzusichern. Plattner hat sein Geld unter anderem auf gemeinnützige Stiftungen verteilt. Zu dem Spendenversprechen des SAP-Aufsichtsratschefs sagte der Sprecher: „Wann und wie er das umsetzt, bleibt ihm überlassen.“ Zu diesem Zwecke müsse er keine Anteile an dem Softwareunternehmen verkaufen. Er halte noch 9,88 Prozent der Papiere. Plattner wollte sich nach Angaben des Sprechers zu dem Thema nicht persönlich äußern.

Plattner ist seit Mai 2003 Chef des SAP-Aufsichtsrats. Damals wurde er Nachfolger von Dietmar Hopp. Plattner ist schon seit Jahren als Mäzen aktiv und engagiert sich mit seinem Geld in vielfältiger Weise: Vom Kampf gegen Aids bis hin zur Förderung junger IT-Talente.

Das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ schätzt das Vermögen des 69-Jährigen auf 7,2 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro). Damit wäre er demnach der neuntreichste Mensch in Deutschland und weltweit die Nummer 127. Auf Nummer 2 und 3 der legendären „Forbes“-Liste stehen seit Jahren Buffett und Gates. Die beiden hatten vor knapp drei Jahren ihre Initiative gegründet und seitdem mehr als 100 Milliardäre überredet, mindestens die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Noch im Januar hatte Gates gesagt, er hoffe auch auf deutsche Beteiligung.

Erstmals wurden jüngst auch andere Superreiche ohne amerikanischen Pass Mitglied: Wie „The Giving Pledge“ mitteilte, beteiligen sich künftig auch Spender aus Australien, Indien, Malaysien, Russland, Südafrika, der Ukraine und Großbritannien. Damit wächst die Zahl der Wohltäter den Angaben zufolge auf 105.

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