Unternehmen Schaeffler-Chef Geißinger geht

Jürgen Geißinger verlässt nach 15 Jahren das Familienunternehmen Schaeffler.

Jürgen Geißinger verlässt nach 15 Jahren das Familienunternehmen Schaeffler.© Schaeffler

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler sucht einen neuen Chef. Jürgen Geißinger verlässt das Familienunternehmen mit sofortiger Wirkung. Als Grund wurde in Firmenkreisen eine Vertrauenskrise zwischen Geißinger und Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler genannt.

Es war ein Aus mit Ansage. Bereits seit Wochen hatten Gerüchte die Runde gemacht, der Autozulieferer Schaeffler werde sich demnächst von seinem Chef Jürgen Geißinger trennen. Am Freitag schließlich sorgte der Aufsichtsrat für ein Ende der Spekulationen: Mit einem klaren Beschluss machten die Kontrolleure deutlich, dass die Tage des 54 Jahre alten Managers an der Spitze des fränkischen Familienkonzerns gezählt sind.

Geißinger verlasse „in gegenseitigem Einvernehmen“ das Unternehmen – und zwar mit sofortiger Wirkung, teilte das Unternehmen mit. Seine Aufgaben soll vorübergehend Finanzvorstand Klaus Rosenfeld übernehmen.

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Im Umfeld des Unternehmens war von einer Vertrauenskrise zwischen Vorstandschef und Firmengesellschaftern die Rede. Geißinger habe zuletzt nicht mehr das Vertrauen der Schaeffler-Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler und ihres Sohnes Georg gehabt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Manager und Frau Schaeffler habe sich schwierig gestaltet. Dies sei keine gute Grundlage gewesen, den familiengeführten Konzern in die Zukunft zu führen, hieß es.

Geißinger leitete den Autozulieferer seit 1998

Offiziell ging das Unternehmen am Freitag nicht näher auf die Gründe für Geißingers Abgang ein. In einer Erklärung hieß es lediglich, mit dem Wechsel an der Spitze sei der Weg frei, um die Schaeffler-Gruppe und ihre Führung für die Zukunft neu auszurichten: „Wir werden unseren Wachstumskurs mit den dafür notwendigen Investitionen fortsetzen. Technologieführerschaft, Innovation, Qualität und Kontinuität bleiben die Leitlinien unseres Handelns.“ Ein Nachfolger für Geißinger steht nach Informationen aus Firmenkreisen noch nicht fest.

Geißinger hatte den Autozulieferer seit 1998 geleitet. Eigentümerin Maria-Elisabeth Schaeffler hatte den Manager zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes nach Herzogenaurach geholt und ihn zum Chef ernannt. In Geißingers Ära fällt unter anderem die Übernahme des Autozulieferers Continental im Jahr 2008. Der Kauf von Conti-Aktien hatte den fränkischen Familienkonzern damals allerdings in eine existenzbedrohende Schuldenkrise gestürzt – und Zweifel an Geißingers Wachstumsstrategie genährt. Der Schuldenberg hatte sich mit dem Kauf der Conti-Papiere zeitweise auf bis zu 11 Milliarden Euro aufgetürmt.

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