Unternehmen Schlecker-Nachfolger Dayli verschiebt Start in Deutschland

Die Ankündigung hatte Aufsehen erregt: Mit einem neuen Konzept will ein österreichischer Investor Hunderte frühere Schlecker-Filialen wiederbeleben. Doch nun verzögert sich der Start. Gerüchte über Finanzprobleme machen die Runde.

 

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Der österreichische Schlecker-Nachfolger Dayli eröffnet seine Testläden in Deutschland später als geplant. Geschäftsführer Rudolf Haberleitner sagte der Nachrichtenagentur dpa, er gehe davon aus, dass die ersten fünf Shops nun Ende Juni eröffnen. Die Standorte müssten noch festgelegt werden. Ursprünglich war der Start der Testphase für Mai geplant gewesen. Haberleitners Kollege Peter Krammer sagte den „Stuttgarter Nachrichten“: „Wir müssen uns zuerst noch um andere Themen kümmern.“

Vor dem Beginn in Deutschland habe das Geschäftsmodell in Österreich voll funktionsfähig sein müssen, sagte Haberleitner der dpa. Seinen Angaben nach sollen die Läden keine bloßen Drogeriemärkte sein, sondern unter anderem Bistros und Backstuben enthalten.

Berichte über finanzielle Probleme wies er zurück. „Das ist Blödsinn. Wir haben keine Bankschulden.“ Auch sei der Investor Novomatic nicht ausgestiegen, sagte Haberleitner. „Ich habe nur meine Shares zurückgekauft, um neuen Investoren Platz zu machen.“ Darunter sei auch ein Interessent aus Deutschland, sagte er – ohne Namen zu nennen. Medienberichten zufolge hatte Dayli Lieferanten um Zahlungsaufschub gebeten. Dabei sei es um zwei Monate gegangen, sagte Haberleitner. „Das haben 90 Prozent unterstützt.“

300 Mietverträge unterschrieben

400 ehemalige Schlecker-Filialen sollen nach früheren Angaben noch 2013 in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz wiedereröffnet werden. 300 Mietverträge seien unterzeichnet, hatte Haberleitner im April erklärt. Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenzantrag gestellt und im Juni die letzten Filialen geschlossen. 25.000 Beschäftigte in Deutschland verloren ihren Job. Verhandelt werde auch mit dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, hatte Haberleitner im April erklärt. Er könnte sich vorstellen, Teile der Firmenzentrale und des Regionallagers in Ehingen anzumieten.

In Österreich will Haberleitner nach damaliger Planung bis Ende des Jahres alle vorhandenen 885 Schlecker-Läden zu Dayli umbauen. Sein Kampf für die Sonntagsöffnung für all seine Filialen war auf Kritik gestoßen. Die TAP dayli Vertriebs GmbH mit Sitz in Pucking hat nach eigenen Angaben 883 Standorte in Österreich. Hinzu kommen 480 Filialen in Belgien, Italien, Luxemburg und Polen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 5500 Menschen.

Obwohl Dayli mit seiner Ankündigung Schlagzeilen gemacht hatte, scheint das Konzept hierzulande wenig Eindruck zu hinterlassen. „Salopp gesagt habe ich davor überhaupt keine Angst“, hatte jüngst Dirk Roßmann von Deutschlands zweitgrößter Drogeriekette Rossmann gesagt. Er wolle niemanden unterschätzen. „Aber die Krux im Handel ist: Jeder braucht sehr hohe Umsätze, um relativ niedrige Kosten zu haben. Und daran ist auch Schlecker gescheitert.“

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