Unternehmen Schlott droht Insolvenz

Einem der größten Druckkonzerne Europas droht die Insolvenz durch Zahlungsunfähigkeit. Am heutigen Montag beraten die Banken über das Schicksal des Konzerns.

Wenn die Banken bei Sanierungsgesprächen an diesem Montag in Nürnberg ihr Sonderkündigungsrecht für die Kredite ausüben, „wird die Schlott Gruppe AG nicht in der Lage sein, diese Forderungen zu bedienen“, teilte die börsennotierte Firma in der Nacht zum Samstag mit. Prompt kam die Reaktion der Börse am heutigen Montag: Unmittelbar nach Eröffnung des Handels verlor die Schlott-Aktie rund 50 Prozent ihres Wertes und notiert noch bei rund einem Euro.

Wie Schlott mitteilte, erlitt die Gruppe bei laufenden Restrukturierungsplänen einen deutlichen Rückschlag. So würden die Gespräche mit einem „bisher in der Verhandlung befindlichen potenziellen Eigenkapitalgeber nicht zum Erfolg führen“. Um wen es handelt, wird nicht genannt.

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Die Schlott Gruppe mit 2100 Beschäftigten hatte bereits das Geschäftsjahr 2008/09 mit 24 Mio. Euro Verlust bei
365 Mio. Euro Umsatz abgeschlossen. Für das Ende September abgelaufene nachfolgende Geschäftsjahr gibt es noch keine Zahlen. Der Preisdruck sei stärker als erwartet gewesen, heißt es dazu in der aktuellen Mitteilung ediglich. Daher wurde die Ertragsplanung verfehlt. Nunmehr stehe den Kreditgebern ein außerordentliches Kündigungsrecht zu. Die Banken haben der Gruppe gut 180 Mio. Euro Kredite gegeben.

Zu den Schlott-Kunden gehörte ehemals das insolvente Versandhaus Quelle. Weitere aktuelle Druckaufträge sind beispielsweise der Ikea- oder der Otto-Katalog, das Sportblatt „Kicker“, Zeitschriften der Gong-Gruppe oder Werbebeilagen etwa für ATU Auto Teile Unger.

Schlott Druck ist europaweit Nummer zwei nach Prinovis, einem Zusammenschluss der Tiefdruckaktivitäten von Arvato (Bertelsmann), Axel Springer und Gruner + Jahr, der Muttergesellschaft der Financial Times Deutschland.

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