Unternehmen Schott erwartet nach roten Zahlen wieder Gewinn

Die Finanzkrise und die Billigkonkurrenz aus Asien bei Solarmodulen haben dem Spezialglashersteller Schott im vergangenen Geschäftsjahr einen herben Verlust beschert. Für 2013 ist das Unternehmen aber wieder optimistisch.

Der Spezialglashersteller Schott erwartet nach einem deutlichen Fehlbetrag in 2011/2012 für das laufende Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen. Die weltweite Finanzkrise und schlechte Geschäfte mit speziellen Solarmodulen hatten im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 30. September) ein Minus von 278 Millionen Euro verursacht, wie der scheidende Vorstandsvorsitzende Udo Ungeheuer am Mittwoch in Mainz erklärte.

Der Fehlbetrag resultiere im Wesentlichen aus dem aufgegebenen Geschäftsfeld der multikristallinen Photovoltaik, erklärte der Manager. Solche Solarmodule werden etwa auf Dächern eingesetzt. Massive Überkapazitäten bei Modulanbietern hatten zu einem starken Preisverfall bei Solarmodulen geführt, befeuert durch die Billigkonkurrenz aus Asien. Daher hatte sich Schott Solar Mitte 2012 aus dem Geschäftsfeld zurückgezogen.

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2010/2011 hatte der Konzern einen noch bereinigten Überschuss von 109 Mio. Euro erzielt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verringerte sich 2011/2012 im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent auf 138 Mio. Euro. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf rund zwei Mrd. Euro.

Zum laufenden Geschäftsjahr äußerte sich Unternehmens-Chef Ungeheuer vorsichtig optimistisch: „Wir sehen Schott gut aufgestellt.“ Positiv stimme ihn, dass der Konzern weit mehr als die Hälfte seines Umsatzes in Bereichen erwirtschafte, bei denen er weltweit zu den führenden Anbietern gehöre. Dazu zählten Kochplatten, Pharmaverpackungen und Airbagzünder. Wachstum werde vor allem in Asien erwartet. Insgesamt rechnete Ungeheuer für 2012/2013 mit einem Plus beim Konzernumsatz um drei Prozent und einem Konzernüberschuss im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Ungeheuer kündigte an, dass nach seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen Ende Februar ein Interimsvorstand die Leitung des Konzerns übernehmen wird. Neben Rübenthaler werde dem Führungsgremium unter anderem der derzeitige Vorstand Hans-Joachim Konz angehören. Der Spezialglashersteller hatte Ende September 2012 weltweit mehr als 16.000 Mitarbeiter, sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 5500 Menschen waren an deutschen Standorten beschäftigt.

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