Unternehmen Schweitzer wird neuer DIHK-Präsident

Der Entsorgungsunternehmer Eric Schweitzer übernimmt im März nächsten Jahres die Führung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Er wird damit Nachfolger von Hans Heinrich Driftmann, der den Posten nur eine Amtszeit inne hatte. Bei mehreren Wirtschaftsverbänden stehen derzeit Chefwechsel an.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat den Führungswechsel eingeläutet. Eric Schweitzer, Mitinhaber der Recyclinggruppe Alba, soll neuer DIHK-Präsident werden. Das hat der amtierende Präsident Hans Heinrich Driftmann heute der DIHK-Vollversammlung in Dresden vorgeschlagen. Die DIHK-Vollversammlung wählt den neuen Präsidenten am 20. März kommenden Jahres in Berlin.

Der DIHK ist die Dachorganisation der 80 deutschen Industrie- und Handelskammern. Im Auftrag und in Abstimmung mit den IHKs übernimmt der DIHK die Interessenvertretung der gesamten gewerblichen deutschen Wirtschaft gegenüber der Politik.

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Schweitzer war für den Posten seit Längerem im Gespräch und einziger Kandidat. Er ist mit 47 Jahren ungewöhnlich jung für den Job. Schließlich gilt der DIHK als einer der wichtigsten Wirtschaftsverbände in Deutschland. Im Präsidium des DIHK sind fast alle deutlich älter als er. Die entscheidende Voraussetzung, dass er Präsident einer der 80 Industrie- und Handelskammern ist, erfüllt er. Er führt seit 2004 die Berliner IHK, im vergangenen September wurde er wieder gewählt. Dabei setzte er sich klar mit 88 Prozent der Stimmen gegen den Kandidaten einer Rebellen-Gruppierung durch.

Promotion mit 24 Jahren

Schweitzer kann eine beeindruckende Karriere vorweisen. Er beendete sein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit 22 Jahren, die Promotion mit 24. Mit 28 stieg er zum Vorstandsmitglied des Recycling-Unternehmens Alba auf, mit 38 wurde er Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer. 2011 übernahm er den Vorstandsvorsitz von Alba. Gegründet wurde das Recycling-Unternehmen Alba durch Eric Schweitzers Vater 1968. Heute ist es ein internationaler Konzern mit knapp 9000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von zuletzt 3,2 Mrd. Euro.

Driftmann war damit nur eine Amtszeit DIHK-Präsident. Er wolle sich wieder stärker um sein Unternehmen kümmern, sagte der Mitinhaber des Haferflocken-Herstellers Kölln in Elmshorn in Schleswig-Holstein zur Begründung. Kölln ist ungleich kleiner als Alba, der Lebensmittelhersteller beschäftigt gerade mal 260 Mitarbeiter. Der 64-jährige Driftmann hatte offenbar auch vom Hin- und Herfahren genug: „Wenn die Kanzlerin mich sehen will, bin ich einen Tag auf der Autobahn.“

DIHK verlor in der Amtszeit Driftmanns an Schlagkraft

Nach Ansicht von Beobachtern hatte der DIHK in der Amtszeit von Driftmann an Schlagkraft verloren. Driftmann trat allerdings auch in große Fußstapfen. Sein Vorgänger Ludwig Georg Braun, der von 2001 bis 2009 die Kammerorganisation anführte, verschaffte sich durch kluge Reden großes Ansehen.

Chefwechsel stehen derzeit in mehreren Wirtschaftsverbänden an. Beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) folgt zum Jahreswechsel der Familienunternehmer Ulrich Grillo auf den ehemaligen Hochtief-Chef Hans-Peter Keitel. Bei Gesamtmetall, dem wichtigsten Arbeitgeberverband im Land, hat im September Rainer Dulger den Stab vom langjährigen Präsidenten Martin Kannegiesser übernommen. Auch beim BDA, der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, könnte es einen Wechsel an der Spitze geben. Die aktuelle Amtszeit von Dieter Hundt, 73, seit 16 Jahren Arbeitgeberpräsident, endet Ende 2013. Als sein Nachfolger beim BDA wird Arndt Kirchhoff gehandelt, der dem gleichnamigen sauerländischen Autozulieferer vorsteht.

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