Unternehmen Sieben Ideen

Armbänder für Sportler, Fahrräder für Firmen, Werbefilme für jedermann - und nie wieder einen Kater: Startups mit Zukunftspotenzial.

 

Armbänder für den Notfall

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Inga Bauer ist begeisterte Triathletin. „Doch manchmal, wenn ich allein auf einer längeren Trainingstour bin, kommt mir der Gedanke: Wenn jetzt etwas passiert, weiß niemand, wer du bist“, sagt sie. Bei einem Rundgang durch ihre Werkzeugbaufirma Bauer & Böcker kam ihr die Idee: „Wir beschriften per Laser ein Armband mit den wichtigsten Informationen über den Sportler: Notfallkontaktdaten, Allergien oder Dauermedikationen“, so die Remschei­derin. Das Armband, RSQ-ID genannt, ist aus Silikon. Zum Preis von 14,99 Euro vertreibt es Bauer über ihren Webshop. Eine Variante, die auf Uhrenarmbänder oder auf den Gurt des Reit- oder Fahrradhelms geschoben werden kann, kostet 8,99 Euro. Inzwischen kaufen auch viele ältere Menschen das Armband, damit sie im Notfall schnelle Hilfe bekommen. Noch 2012 will Bauer den Breakeven schaffen.

Vorlaufzeit: 1 Jahr

Startkapital: 25.000 Euro

www.rsq-id.de

Getränke fürs Partyvolk

Ein tolles Fest – doch der Morgen danach beginnt mit einem fiesen Kater. Wer das vermeiden will, kann zum „gesündesten Mischgetränk für den Abend“ (Eigenwerbung) greifen: Rebound. „Wir haben mit Ärzten und Apothekern eine Rezeptur entwickelt, die hilft, die Folgen von zu hohem Alkoholkonsum zu lindern“, sagt Dominik Rohrbeck, einer der sechs GmbH- Gründer. Die Basis des roten Getränks sind ­Vitamine und Mineralstoffe, dazu Extrakte aus Granatapfel, Artischocke, Ingwer oder Ginseng. Vor allem Frauen mischen das kalorienarme Getränk in Longdrinks. Seit Mitte September vertreibt das Startup die je 1,67 Euro teuren Flaschen im Kölner Raum und übers Internet. Um die Deutschland-Expansion voranzutreiben, sucht das Team nach Investoren.

Vorlaufzeit: 9 Monate

Startkapital: 25.000 Euro

www.rebound-drink.de

Paypal für Unternehmen

Der Markt ist riesig: Auf fast 250 Mrd. Dollar schätzt Jason Whitmire von der Venture-Capital-Gesellschaft Earlybird den Markt für Onlinezahlungen zwischen Unternehmen. Ein großes Stück davon will sich das Startup Traxpay mit Sitz in Köln und Mountain View, Kalifornien, ­sichern. Es bietet einen Dienst für den Empfang und Versand von Onlinezahlungen – in Echtzeit. „Wir geben die Garantie: Das Geld, das ­angewiesen wurde, ist auch tatsächlich vor­handen. Somit können Firmen ihre Zahlungs­risiken minimieren“, sagt Markus Rupprecht. Der Gründer hat das Zahlungssystem mit dem IT-Konzern SAP und der Beratungsgesellschaft ­Accenture entwickelt. Kunden wie EOS oder Würth nutzen es bereits. Traxpay sammelte ­bereits 3 Mio. Euro Venture-Capital und will 2013 den US-Markt erobern.

Vorlaufzeit: 2,5 Jahre

Startkapital: 3 Mio. Euro

www.traxpay.com

Waschpakete für Wagen

Preisgünstige Autowäschen bietet der Unternehmer Severin Baisch: Registrierte Kunden können über das Portal Waschpakete.de bei Waschanlagen in ihrer Nähe Pakete für einen, fünf oder zehn Waschgänge kaufen. Die Ersparnis: bis zu 70 Prozent gegenüber einem Kauf vor Ort. „Derzeit kooperieren wir mit mehr als 300 Stationen“, sagt der 39-Jährige, der für ­jedes Waschpaket eine 25-prozentige Provision erhält. Mehr als 77.000 Einzelwäschen verkaufte der Stuttgarter seit März 2011 an Privat­personen und gewerbliche Kunden. „Mitte 2013 ­wollen wir Angebote von 1500 Stationen online stellen“, so Baisch. Inzwischen hat er auch ­einen Venture-Capital-Geber gefunden und plant, international zu expandieren.

Vorlaufzeit: 3 Jahre

Startkapital: 70.000 Euro

www.waschpakete.de

Fahrräder für Firmen

Eine umweltfreundliche Alternative zum Dienst­wagen bietet die Leaserad GmbH von Ulrich Prediger an: Der Freiburger kauft im Auftrag von Unternehmen Fahrräder ein und wartet sie auch. „Diese Radflotten werden oft genutzt, um längere Wege auf dem Firmen­gelände zurückzulegen“, so der 41-Jährige. Bei der Variante „Jobrad“ können Arbeitnehmer auch E-Bikes leasen und die Raten über ihre Gehaltsabrechnung zahlen. „Aufgrund des Steuersenkungs­effekts sind damit Ersparnisse von 30 Prozent möglich“, so Prediger. Eine vierstellige Zahl an Rädern hat er schon vermittelt, bisher ganz ­ohne Werbung. Jetzt will er sein Konzept auf ganz Deutschland ausweiten und 2013 den Breakeven schaffen.

Vorlaufzeit: 1 Jahr

Startkapital: 100.000 Euro

www.leaserad.de

Präsente für Kunden

Auf den ersten Blick denkt man: „Das hält nie!“ Tut es aber: Der volle Kaffeebecher hängt sicher in einem kleinen Tragenetz. Das besteht aus einem DIN-A4-Blatt, das mit 302 Laserschnitten in das Objekt Roompaper verwandelt wurde. „Wir haben unzählige Tests durchlaufen, bevor das Netz hielt“, sagt Usables-Gründer Oliver Plantenberg. Der Preis: 7,95 Euro für drei Stück. „Unsere Zielgruppe sind Firmen, die ausgefallene, aber preiswerte Werbegeschenke ­suchen“, so der Düsseldorfer. Zu seinem An­gebot gehören weitere ausgefallene Produkte wie ­etwa leuchtende Visitenkarten. In zwölf bis 18 Monaten wollen Plantenberg und sein vierköpfiges Team schwarze Zahlen schreiben.

Vorlaufzeit: mehr als 1 Jahr

Startkapital: 100.000 Euro

www.usables.de

Werbevideos für Anfänger

Texte hochladen, Bilder einstellen, einen kleinen Film einfügen – fertig ist das Firmenvideo. „In nur einer Stunde können auch Unternehmer ohne Vorkenntnisse ihren eigenen Werbeclip zusammenstellen“, sagt Jens Neumann, Gründer der Clipvilla GmbH. Sein Startup stellt dafür im Internet eine innovative Software zur Verfügung. 99 Euro kostet ein 30-Sekunden-Spot in HD-Qualität inklusive Musik. Einen ­privaten und einen institutionellen Investor konnte Neumann, der im März 2012 startete, bereits gewinnen. Nun will er deutsche Mittelständler als Kunden gewinnen und die Website auch in andere Sprachen übersetzen lassen.

Vorlaufzeit: 6 Monate

Startkapital: 500.000 Euro

www.clipvilla.com

Aus dem Magazin
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