Unternehmen Solarworld setzt auf Hilfe aus Katar

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.

Die europäische Solarindustrie leidet unter dem Preisdruck aus China.© Fotolia

Der strauchelnde Solarhersteller Solarworld könnte bald finanzielle Hilfe aus Katar bekommen. Chef Frank Asbeck gibt sich optimistisch. Schließlich will das Unternehmen die Gläubiger bis August von einem Sanierungskonzept überzeugen.

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Der Chef des angeschlagenen Solarmodulherstellers Solarworld, Frank Asbeck, sieht gute Aussichten für finanzielle Hilfe aus Katar. „Unser Joint-Venture-Partner in Katar ist interessiert, sich als zweiter Investor neben mir in Solarworld signifikant zu engagieren“, sagte Asbeck dem „Handelsblatt“ (Freitag). Zur Höhe des möglichen Engagements gab es keine Angaben. Anfang Mai hatte die Zeitung aus Kreisen von einer geplanten Minderheitsbeteiligung der Qatar Solar Technologies berichtet.

Das Unternehmen am Persischen Golf betreibt mit Solarworld seit März 2010 ein Joint Venture in Katar, an dem Solarworld eine 29-Prozent-Beteiligung hält. Die Partner bauen gemeinsam eine Produktionsstätte für Solarsilizium, die in der ersten Ausbaustufe mit rund 4000 Tonnen Jahresproduktion in rund einem Jahr eröffnet werden soll. Die geplante Gesamtkapazität beträgt 8000 Tonnen pro Jahr. Qatar Solar Technologies ist bisher an Solarworld nicht beteiligt, sagte ein Sprecher.

Das mit rund 900 Millionen Euro hoch verschuldete Unternehmen plant einen Schulden- und Kapitalschnitt. Damit würde sich auch Asbecks eigener Aktienanteil von derzeit 28 auf 1,4 Prozent verringern. Asbeck hatte vergangenen Mittwoch im Quartalsbericht angekündigt, danach eigenes Geld nachzuschießen. Er plane, „einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren“, sagte Asbeck nun dem „Handelsblatt“. Das in Schieflage geratene Unternehmen will bis zum August die Gläubiger für sein Sanierungskonzept gewinnen.

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