Unternehmen Springer schafft Gewinnsprung dank Onlinemedien

Der Medienkonzern erzielt ein Rekordergebnis und hebt die Dividende an. Auch in diesem Jahr soll Online der Umsatztreiber sein. Gerade erst hat Springer die Bieterschlacht um ein französisches Immobilienportal für sich entschieden und übernimmt einen Netzwerbeanbieter.

Der Medienkonzern Axel Springer hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und dabei vor allem vom digitalen und dem internationalen Geschäft profitiert. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 53 Prozent auf 510,6 Mio. Euro. Das teilte das Unternehmen mit.

Anzeige

„Unsere Ergebnisbestmarke von mehr als einer halben Milliarde Euro übertrifft die Erwartungen, die wir zu Jahresbeginn 2010 an das vergangene Geschäftsjahr hatten, bei weitem“, sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner. Der Konzern sei „entschlossen und in der Lage, den dynamischen Wandel der Medienwelt als einer der europäischen Marktführer mitzugestalten“.

Zuletzt hatte es Spekulationen um eine bevorstehende Übernahme der Sendergruppe Pro Sieben Sat1 gegeben. Einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ dementierte Springer allerdings. Der Verlag hatte 2005 versucht, die Aktienmehrheit an dem Münchner Konzern zu kaufen, war damit jedoch gescheitert.

Danach hat Springer in den vergangenen Jahren vor allem auf Zukäufe im Internet gesetzt. Am Dienstag entschied Springer den monatelangen Übernahmekampf um die mehr als 600 Mio. Euro teure französische Immobilienseite SeLoger.com für sich, an der das Medienhaus künftig 74 Prozent halten wird. Zudem kauft der Konzern 74,9 Prozent des Werbeanbieters KaufDa, der Prospekte von Einzelhändlern ins Netz stellt. KaufDa-Geschäftsführer Christian Gaiser bezeichnete Springer als „Wunschinvestor“, Springer-Boss Döpfner sprach von „dem vielversprechendsten Unternehmen in der Online-Vermarktung für den stationären Handel“.

Der berichtete Konzernüberschuss fiel laut Unternehmen von 313,8 Mio. Euro auf 274,1 Mio. Euro. In den vergangenen zwei Jahren habe das Unternehmen Ergebnisse aus der Veräußerung von Beteiligungen erzielt, die 2010 allerdings nicht mehr ganz so hoch ausfielen.

Durch ein Umsatzplus von 51,3 Prozent bei den Digitalen Medien und einen Zuwachs von 28,6 Prozent im Segment Print International seien rückläufige Erlöse im inländischen Printgeschäft überkompensiert worden, hieß es. „Auch 2011 werden unsere digitalen und internationalen Aktivitäten das Umsatz- und Ergebniswachstum treiben“, sagte Vorstandschef Döpfner. In Deutschland verlegt Springer unter anderem die Tageszeitungen „Welt“ und „Bild“.

Der Hauptversammlung soll eine Rekorddividende von 4,80 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, teilte das Unternehmen weiter mit. Im Vorjahr waren 4,40 Euro gezahlt worden. Die Hauptversammlung solle darüber hinaus über einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3 entscheiden. Damit soll die Liquidität und die Attraktivität der Aktie für Investoren weiter gesteigert werden, hieß es.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...