Unternehmen Stimmung der deutschen Wirtschaft hellt sich weiter auf

Containerfrachter im Hamburger Hafen.

Containerfrachter im Hamburger Hafen. © Jan Schuler - Fotolia.com

Die deutsche Wirtschaft blickt weiterhin vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Juli zum dritten Mal in Folge gestiegen. Ökonomen deuten das als Hinweis auf eine Trendwende - doch einige Sorgen bleiben.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli erneut aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von
105,9 Punkten im Juni auf 106,2 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Donnerstag in München mitteilte. Es war der dritte Anstieg in Folge.

Vor allem im Groß- und Einzelhandel bewerten die Firmen ihre Geschäftslage deutlich besser. Das ließ den Ifo-Geschäftsklimaindex im Juli zum dritten Mal in Folge steigen: Von 105,9 Punkten im Juni auf 106,2 Punkte, wie das Ifo Institut am Donnerstag in München mitteilte. Die Eurokrise lässt die Wirtschaft weiter unbeeindruckt. Doch der Optimismus ist keineswegs grenzenlos.

Nur wenige Wolken am Konjunkturhimmel

Die Industrie ist mit ihrer Lage ausgesprochen zufrieden. „Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich zwar minimal abgeschwächt, die Unternehmen blicken aber nach wie vor verhalten optimistisch in die Zukunft“, erklärte Ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen. „Am Konjunkturhimmel zeigen sich nur wenige Wolken.“ Die Ifo-Forscher gehen davon aus, dass dies zunächst weiter so bleibt. Allerdings warnen Volkswirte davor, die Risiken zu unterschätzen.

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„Die Konjunktur hat zurzeit keine klare Richtung“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. „Die Abwärtsrisiken bleiben aber
bestehen: Das nachlassende Wachstum in China dürfte der Exportwirtschaft zunehmende Sorgenfalten bereiten.“ Auch die Eurokrise bleibe präsent. Die Lage stabilisiere sich zwar, „bleibt aber sehr anfällig für Rückschläge“, sagte Zeuner.

Einige Sorgen bleiben
Derzeit, sagt Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe, habe die Eurokrise keinen Einfluss auf die Stimmung in den deutschen Chefetagen. „Die Krise spiegelt sich nicht in den Auftragsbüchern wider.“ Zwar werde die Eurokrise weiter genau beobachtet, sie spiele aber für das Geschäft keine Rolle derzeit. Wieder zuspitzen dürfe sich die Krise aber nicht.

„Gründe für einen zurückhaltenden Optimismus gibt es genug: Die immer wieder aufflackernde Euro-Krise und die anstehenden Bundestagswahlen sind wohl die wichtigsten, neben den aktuellen Sorgen um die chinesische Konjunktur“, sagte DZ-Bank-Chefvolkswirt Michael Holstein. Dennoch: „Die deutsche Wirtschaft richtet sich auf bessere Zeiten ein.“ Der weitere Anstieg des Ifo-Index zeige das Vertrauen in die Stabilität der deutschen Wirtschaft.

Der Ifo-Index gilt als wichtigster Stimmungsindikator für die deutsche Wirtschaft. Bereits in den vergangenen zwei Monaten war der Index gestiegen. Seit längerem bewegt er sich auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Ifo-Index wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt.

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