Unternehmen Stockende Digitalisierung

Angaben in Digitalisierungspunkten (DP). 100 DP ist Durchschnitt. N=1550

Angaben in Digitalisierungspunkten (DP). 100 DP ist Durchschnitt. N=1550© Antrieb Mittelstand

Viele Restaurants begnügen sich mit einer Homepage, während Unternehmensberatungen oder Steuerkanzleien verschiedene digitale Helfer nutzen. Das zeigt eine Umfrage unter mittelständischen Unternehmen. Nur gegenüber der Cloud sind die meisten noch skeptisch.

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Eine eigene Hompage gehört für mittelständische Unternehmen inzwischen eigentlich zum Standard: Von den 1550 IT-Entscheidern aus Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitern, die die Initiative Antrieb Mittelstand zu ihrem Internet-Nutzungsverhalten befragte, gibt mehr als drei Viertel an, eine eigene Internetseite zu pflegen. Fast die Hälfte geht dabei davon aus, dass es nicht ausreicht, einfach nur im Internet präsent zu sein. Sie optimieren ihre Webseite für Suchmaschinen. „Jede Firma muss heute im Internet zu finden sein, sonst wird sie in fünf Jahren gar nicht mehr gefunden“, sagt Christian Rätsch, Leiter Marketing KMU bei der Telekom und Initiator der Studie. Das sehen 13 Prozent der Studienteilnehmer anders: Sie haben gar keinen Internetauftritt.

Über die klassische Unternehmenshomepage hinaus engagieren sich nur wenige der Befragten im Netz. Überraschenderweise nutzt nur ein knappes Viertel der Befragten soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter zu nutzen.  „Wir konnten bei mittelständischen Firmen aller Branchen feststellen, dass sie die Chancen des digitalen Zeitalters noch nicht optimal nutzen“, sagt Rätsch. „Der deutsche Mittelstand hinkt beim Thema Digitalisierung hinterher“, bestätigt auch Hermann Simon. Der Unternehmensberater verweist darauf, dass Firmen aller Größen in anderen Ländern das Netz viel intensiver nutzen – und sich dadurch einen Vorteil im internationalen Wettbewerb verschaffen.

In Deutschland hingegen scheinen sich nur einige Branchen verstärkt mit digitalen Anwendungen zu beschäftigen. Die Studie zeigt, dass Unternehmen, die professionellen Dienstleistungen anbieten, also Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen oder Ingenieursbüros, sich am meisten ums Digitale bemühen. Aber auch Finanz- und Versicherungsunternehmen nutzen das Internet besonders viel. Schlusslichter sind Gastronomiebetriebe und Unternehmen aus Gesundheits- und Sozialwesen. Außerdem steigt den Studienautoren zufolge der Digitalisierungsgrad eines Unternehmens mit der Mitarbeiterzahl. Vollkommen unabhängig von Geschäftsfeld und Mitarbeiterzahl ist hingegen das Interesse an der Cloud im Mittelstand weiterhin gering: Nur jedes zehnte Unternehmen nutzt Sicherheitssoftware aus der Wolke und nur acht Prozent arbeiten mit cloudbasierter Software.

 

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