Unternehmen Strauss-Filialen auf dem Prüfstand

Unrentablen Strauss-Filialen droht in den nächsten Monaten das Aus. Wie viele Arbeitsplätze bedroht sind, dazu schweigt das Unternehmen. Doch es gibt auch positive Signale bei der kriselnden Warenhauskette.

Mehreren Filialen der in finanzielle Schieflage geratenen Warenhauskette Strauss Innovation droht schon bald die Schließung. Der für die Sanierung des Unternehmens zuständige Manager Hans Peter Döhmen sagte der „Rheinischen Post“(Mittwoch): „Manche Filialen machen bis zu einer halben Million Euro Verlust. Da ist der Weiterbetrieb kaum zu verantworten.“

Nicht zukunftsfähige Standorte sollen nach seinen Worten bis zur Mitte des Jahres geschlossen werden. Wie viele Geschäfte genau betroffen sind, sagte Döhmen nicht. Wie viele der 1400 Arbeitsplätze im Unternehmen bedroht sind, ließ er ebenfalls offen. Döhmen betonte jedoch, dass mehr als drei Viertel der 96 Filialen profitabel seien.

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Die Leitung der Handelskette hatte Ende Januar ein Schutzschirm- Verfahren beantragt, um das mit hohen Verlusten kämpfende Unternehmen neu ausrichten zu können. Döhmen sieht die Rettungsbemühungen auf einem guten Weg. „Die Umsätze der vergangenen Wochen liegen über den Planungen und über Vorjahr“, betonte er in einer Mitteilung.

Mehr als ein Dutzend Investoren bekunden Interesse

Nach Angaben des Managers haben außerdem bereits mehr als ein Dutzend potenzielle Investoren Interesse an Strauss Innovation bekundet. Dabei handele es sich sowohl um strategische Interessenten als auch um Finanzinvestoren.

Deutliche Kritik äußerte der Sanierungsexperte an der Unternehmenspolitik der vergangenen Jahre. Strauss Innovation habe zu viele Rabattaktionen gefahren, die die Gewinnspanne aufgefressen hätten. Die Manager hätten versucht, das Unternehmen als Discounter zu etablieren. Doch dies sei der falsche Weg gewesen. „Der stationäre Handel hat nur eine Chance, wenn er ein Einkaufserlebnis bietet“, meinte Döhmen.

Scharfe Kritik an der Unternehmensstrategie

Um das Unternehmen wieder erfolgreich am Markt zu positionieren und so viele Arbeitsplätze wie möglich nachhaltig zu sichern, will Döhmen Strukturen und Prozesse effizienter und flexibler gestalten. Sämtliche Sach- und Personalkosten würden auf den Prüfstand gestellt, betonte er. Mitarbeiter, Dienstleister, Lieferanten und Vermieter sollen einen Beitrag zur Rettung des Unternehmens leisten. Ziel sei es, ungefähr 20 Millionen Euro pro Jahr zu sparen.

Auch die Stammkunden werden wohl ein Opfer bringen müssen. Der auf Einkäufe mit der Kundenkarte gewährte Rabatt soll von zehn auf fünf Prozent sinken. Festhalten will Döhmen allerdings am Online-Shop des Unternehmens, auch wenn dieser aktuell noch rote Zahlen schreibt.

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