Unternehmen Taifun „Haiyan“: Deutsche Unternehmer starten Hilfsaktion

Die Wucht der Zerstörung durch den Taifun "Haiyan" traf besonders die Region um die Stadt Tacloban auf den Philippinen, Tausende Menschen starben, Häuser und auch Strommasten wurden zerstört.

Die Wucht der Zerstörung durch den Taifun "Haiyan" traf besonders die Region um die Stadt Tacloban auf den Philippinen, Tausende Menschen starben, Häuser und auch Strommasten wurden zerstört.© Getty Images/187570216

Die meisten deutschen Firmen auf den Philippinen sind von der Naturkatastrophe verschont geblieben. Doch viele Mitarbeiter haben Angehörige in der Unglücksregion. Die Unternehmen wollen den betroffenen Familien nun selbst helfen.

Es ist eine surreale Situation. In Manila, der Hauptstadt der Philippinen, scheint die Sonne. Kaum etwas deutet in der boomenden Wirtschaftsmetropole daraufhin, dass am anderen Ende des Landes gerade eine Tragödie unfassbaren Ausmaßes passiert. Taifun „Haiyan“ hat laut UN-Angaben mindestens 10.000 Menschen getötet, die meisten ertranken in den tsunamiartigen Flutwellen. Mehr als 660.000 Menschen sind obdachlos. Es fehlt an Frischwasser, Lebensmitteln und Medikamenten. Viele Helfer haben wegen zerstörter Flughäfen und Straßen das Katastrophengebiet noch gar nicht erreicht. Der Präsident hat den Notstand ausgerufen. Die Behörden des Landes machen einen völlig überforderten Eindruck. Unnötige Bürokratie behindert die Helfer, berichtet der ZDF-Reporter Uli Gack. So müssten Ärzte erst ihre Approbation vorlegen und Hilfsgüter würden umständlich überprüft, bevor sie ins Land dürfen.

Unternehmer Claus Sudhoff in seiner Textilfabrik im Sommer 2013

Unternehmer Claus Sudhoff in seiner Textilfabrik im Sommer 2013© impulse

Die deutschen Unternehmer im Land wollen den betroffenen Familien ihrer Mitarbeiter nun selbst helfen. „Viele meiner Mitarbeiter, die ursprünglich aus dem Katastrophengebiet kommen, wissen nicht, was mit ihren Angehörigen passiert ist, da die Telekommunikation gegenwärtig noch nicht wieder funktioniert“, berichtet Claus Sudhoff. Der Inhaber einer Textilfabrik in der Nähe von Manila will sich selbst um die Hilfe kümmern. „Dann weiß ich auch, dass diese Hilfe bei den Richtigen ankommt.“ Die betroffenen Orte wie Tacloban City liegen rund 850 Kilometer von Manila entfernt.

Anzeige

„Diese sowieso schon ärmlicheren Gebiete erleben nun einen drastischen Rückschlag. Man kann davon ausgehen, dass nicht nur Reisfelder, sondern auch Zuckerrohrplantagen schwer betroffen sind“, sagt Nadine Fund, Leiterin der deutschen Handelskammer GPCCI in Manila. „Die deutschen Unternehmen helfen ihren Mitarbeitern und deren Familien.“ Eine Spendenaktion sei bereits angelaufen. Es geht um Frischwasser, Lebensmittel, Medikamente, Zelte, Kleidung, Seife und Decken. „Über unser Netzwerk werden wir die Sachspenden hier in unserem Büro sammeln und mit einem gesponserten Transporter eines deutschen Logistikunternehmens nach Leyte bringen“, erzählt Fund. Die Büros der Handelskammer liegen im sogenannten Döhle-Haus, der philippinischen Zentrale der deutschen Familien-Reederei Döhle, die hier viele ihrer Seefahrer rekrutiert. Spenden sollen auch in die psychologische Betreuung von traumatisierten Kindern fließen.

Vor allem in den Provinzen Leyte und Samar im Osten sind ganze Landstriche verwüstet. In den Trümmern suchen die Menschen verzweifelt nach ihren Habseligkeiten oder auch nur nach Essbarem. Vielerorts wurden Geschäfte geplündert. Es kommt zu Gewalttätigkeiten. Präsident Benigno Aquino beschwor seine Landsleute: „Ich versichere allen: Die Hilfe kommt in den nächsten Tagen schneller an. Ich appelliere an alle: bleibt ruhig, betet und helft einander. Nur so können wir diese Tragödie meistern.“

 

Falls Sie die Menschen auf den Philippinen unterstützen möchten, können Sie unter anderem an folgende Hilfsorganisationen spenden:

Bündnis Entwicklung Hilft
Konto 5151
BLZ 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: Taifun

„Bündnis Entwicklung Hilft“ ist der Zusammenschluss der deutschen Hilfswerke Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, Kindernothilfe, medico international, Misereor, terre des hommes und Welthungerhilfe. www.entwicklung-hilft.de
 
Aktion Deutschland Hilft
Spendenkonto 10 20 30
Sozialbank
BLZ 370 205 00
Stichwort: Taifun Haiyan

„Aktion Deutschland Hilft“ ist ein Bündnis der Hilfsorganisationen action medeor, ADRA Deutschland, Arbeiter-Samariter-Bund, AWO International, CARE Deutschland-Luxemburg, Der Paritätische Wohlfahrtsverband, HELP – Hilfe zur Selbsthilfe, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfsdienst, World Vision Deutschland sowie weiterer Organsisationen. www.aktion-deutschland-hilft.de

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...