Unternehmen Tengelmann profitiert vom Boom

Das 144 Jahre alte Unternehmen kann dank des Aufschwungs in Deutschland Umsatz und Ergebnis steigern. Tengelmann baut inzwischen nicht mehr allein auf Supermärkte, sondern mischt auch im E-Commerce kräftig mit - bisher allerdings in den roten Zahlen.

Die Handelsgruppe Tengelmann profitiert vom Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Im vergangenen Jahr steigerte das Familienunternehmen seinen bereinigten Umsatz um 4,1 Prozent auf 10,5 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um fast 25 Prozent auf rund 410 Mio. Euro, teilte der Konzernchef und Miteigentümer Karl-Erivan Haub am Donnerstag in Mülheim an der Ruhr mit.

Unter dem Strich fiel der Gewinn allerdings geringer aus als im Vorjahr, da Abschreibungen auf die Beteiligung am insolventen US-Einzelhändler A&P das Ergebnis belasteten. Genaue Zahlen nannte der Konzern hier nicht.

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Das Familienunternehmen blickt inzwischen auf 144 Jahre Firmengeschichte zurück. Der Grundstein des Unternehmens wurde 1867 mit der Firma Wilhelm Schmitz-Scholl in Mülheim an der Ruhr gelegt, deren Prokurist Emil Tengelmann hieß. 1882 gab es in Mülheim unter diesem Namen eine erste Kaffeerösterei, der 1893 die Eröffnung des ersten Tengelmann-Geschäfts folgte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Tengelmann 1953 mit dem ersten Selbstbedienungsgeschäft an den Start. In den 1970er Jahren baute Tengelmann-Eigentümer Erivan Haub, dessen Sohn Karl-Erivan die Gruppe heute führt, das Unternehmen mit Gründung des Lebensmittel-Discounters Plus und dem Einstieg beim US-amerikanischen Supermarktriesen A&P weiter aus.

Noch keine schwarze Zahlen im E-Commerce

Im vergangenen Jahrzehnt fuhr der Konzern allerdings sein Engagement im Lebensmittelhandel deutlich zurück. Hunderte Supermärkte wurden verkauft oder geschlossen. Die US-Tochter A&P musste Insolvenzantrag stellen. Außerdem verkaufte Tengelmann seine Plus-Märkte an den Wettbewerber Edeka. Die stärksten Standbeine der Kette sind heute der Textil-Discounter Kik und die Baumarktkette Obi.

Außerdem ist das Unternehmen inzwischen an zahlreichen Internet-Händlern beteiligt und plant noch mehr Beteiligungen bis Ende des Jahres. Das Spektrum reicht vom Online-Schuhhändler Zalando über den Feinkostlieferanten Otto-Gourmet.de bis zum Internetshop babymarkt.de.

Noch schreiben die E-Commerce-Aktivitäten der Handelsgruppe allerdings rote Zahlen. Das Geld wird in den anderen Geschäftsfeldern verdient – vor allem bei Obi und Kik. Ein Sorgenkind ist dagegen zurzeit die Keimzelle des Konzerns, die Supermarktkette Kaisers‘ Tengelmann. Sie schrammte im vergangenen Jahr nur knapp an den roten Zahlen vorbei.

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