Unternehmen Triste Tage für Brauer

Bier im Winter: Mit besonderen Sorten wollen die Brauer in der kalten Jahreszeit punkten.

Bier im Winter: Mit besonderen Sorten wollen die Brauer in der kalten Jahreszeit punkten.© Bayerischer Brauerbund

Für Brauer ist Weihnachten keine besonders festliche Zeit. Im Winter ist der ohnehin schrumpfende Bierabsatz traditionell schwächer als im Sommer. Deutschlands Brauer versuchen deshalb, mit Winterbieren zu punkten.

Die Biergärten sind zu, es herrscht Frost und schneit – kurz: Erfrischendes, kühles Pils zu verkaufen, ist derzeit ein hartes Geschäft. Ohnehin schrumpft der Bierabsatz in Deutschland seit Jahren. Doch für die Brauer ist der Winter stets noch ein wenig trister.

Aber Not macht erfinderisch: Mit Weihnachtsbieren versuchen große Braukonzerne wie lokale Brauereien ihre Kunden zu locken. Überhaupt werden Nischenprodukte für die Branche immer wichtiger. Dabei können die Kunden bereits aus einer schier unüberschaubaren Vielfalt von Biersorten wählen: Rund 5000 hat der Deutsche Brauerbund gezählt. Zwar wird der Markt von großen Spielern beherrscht, dennoch gibt es nach wie vor viele kleine und kleinste Anbieter.

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Mittelständische Brauereien wollen mit saisonalen Bieren punkten

Der Wettbewerb ist hart, der Preiskampf scharf. Deswegen suchen viele Brauer nach Wegen, die helfen, sich von Rivalen abzusetzen und mit wertigen, speziellen Produkten auch höhere Preise erzielen zu können. „Saisonale Biere, wie beispielsweise Festbiere, geben gerade den mittelständischen Brauereien die Möglichkeit, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen“, sagt Brauerbund-Sprecher Marc-Oliver Huhnholz.

Und im Advent sind es gerade die Weihnachtsbiere, die den Deutschen das Fest versüßen sollen. Oft sind es Bockbiere, Starkbiere mit höherem Malz- und Alkoholgehalt, die – wenn es aus Brauersicht gut läuft – auch den Wein auf der Festtafel ersetzen könnten. Viele Brauereien setzen dazu auf eine festliche Verpackung.

„Da die saisonalen Biere in den Statistiken nicht gesondert aufgeführt werden, lässt sich eine Trendentwicklung nur schwer ausmachen“, sagt Brauerbund-Sprecher Huhnholz. Doch es geht wohl nach oben. Dafür spricht auch die große Auswahl. „Natürlich haben seit langem auch große Brauereien, Gruppen und Konzerne diesen Markt gerade zur Weihnachtszeit für sich entdeckt und bedienen diesen mit Winterbock oder Christkindlsmarkt-Bier“, erklärt Huhnholz.

Brauer machen Jagd auf weniger trinkfreudige Kunden

Auch zu anderen Jahreszeiten werden Spezialbiere wichtiger. Die Brauer blasen zur Jagd auf den immer weniger trinkfreudigen Kunden. Seit Jahren geht der Bierdurst der Menschen zurück. Der Absatz sank 2012 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Im Inland setzten Brauereien und Bierlager 81 Millionen Hektoliter ab, dem Statistischen Bundesamt zufolge ein Minus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und besser dürfte es nicht mehr werden, glaubt man der Branche.

„In den nächsten 10, 15 Jahren werden wir im deutschen Biermarkt noch 20 Millionen Hektoliter verlieren“, sagte der Deutschlandchef des weltgrößten Braukonzerns Anheuser-Busch Inbev im Sommer in einem Interview. Und in den Winterquartalen sieht es traditionell trister aus; der Absatz liegt einige Millionen Hektoliter unter den Werten von Frühjahr und Sommer. Der ohnehin harte Kampf ist noch härter.

Sinkende Umsätze durch höhere Preise abfedern

Saisonale Biere kommen da wie gerufen, denn sie sind oft etwas teurer als normales Bier – und viele Brauer hoffen, die durch den Mengenrückgang sinkenden Umsätze durch höhere Preise ihrer Festbiere ein wenig abzufedern. Und im Winter scheint das aufzugehen. „Gerade wenn man an bestimmte Sorten zur Weihnachtszeit denkt, machen diese mitunter 25 Prozent am regionalen Markt aus“, sagt Huhnholz.

Das gilt gerade im Süden der Republik, etwa in Bayern. Fast die Hälfte aller deutschen Braustätten stehen hier. „Bayern ist mit seine hohen Brauereidichte und -zahl natürlich ein großer Markt für saisonale Biere, doch auch im Norden gibt es Sorten die angeboten und auch gerne getrunken werden“, sagt Huhnholz. Ob aber Bier tatsächlich auch zum Gänsebraten an den Festtagen passt, bleibt Geschmackssache.

1 Kommentar
  • Klaus Hinz 17. Dezember 2013 10:56

    Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,
    der Bieransatz braucht neue Zielgruppen. Lassen Sie über die Presse das Bier als Medikamet,
    Apotheke (Hildegart von Bingen), Pflegemirttel (Haare) usw. entdecken (z.B. die Bedeurtung der Bierhefe).
    .

    Beispiel aus der Weinbranche (google: weinträne). Hier gibt aus auch eine Buch über die
    Weinapotheke zu entdecken, aber auch ganz neue Produkte im Zusammenhang mit dem Thema.

    Unter http://www.smatecs.de finden Sie auch einen Artikel (Sonderdruck) von der Fachzeitschrift
    Krankenhaus Technik und Management. Im Zusamenhang mit der.

    Beste Adventsgrüße aus Würzburg
    Klaus HInz

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