Unternehmen Trittfest

Jeden Monat stellt impulse ein Produkt in allen Details vor: Wer liefert was? Das Luxus-Fahrradpedal von Reset ist eine Rarität: Es wird in Deutschland hergestellt. Fast alle anderen hier verkauften Pedale kommen aus China, Taiwan, Japan oder Malaysia.

Fahrradpedal

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Koehn Hannover. Das Ingenieurbüro hat zehn Mitarbeiter. Drei von ihnen bauen aus 34 Einzelteilen Pedale in Handarbeit zusammen. Das erste stellte Firmenchef Norbert Köhn 2005 her – und stieß mit dem High-End-Produkt in eine Marktlücke. Heute verkauft er unter dem Markennamen Reset 300 Paar pro Jahr. Ein Set des abgebildeten Pedals kostet 349 Euro

Pedalkörper

P. H. Rump Langenhagen. Die Pedalkörper stellt das Unternehmen seit 2005 her, aus hochfestem Aluminium. 45 Minuten dauert die Produktion der Frästeile. Die 14 Mitarbeiter fertigen auch Kopfhörermuscheln für Sennheiser oder Teile von Knie-Implantaten.

Beschichtung und Farbe

Color Metal GmbH Heitersheim. Um die Oberfläche des Pedals zu schützen, wird sie elektrolytisch oxidiert, eingefärbt und versiegelt. Neun Farben sind lieferbar, der Farbstoff kommt von der Schweizer Firma Omya in Oftringen. Color Metal fertigt mit 80 Mitarbeitern hauptsächlich Spritzgussformen für Kunststoffteile der Auto-, Medizin- und Elektronikindustrie.

Gummiplatten

Forum Technik Hannover. Die fünf Millimeter dünnen Gummiplatten, die beim Radeln für Halt sorgen, produziert Forum Technik aus UV-beständigem, synthetischem Kautschuk. Sie werden mit Wasserstrahlmaschinen in Form geschnitten – bei einem Druck von 4200 bar. Forum Technik wurde 2001 gegründet, beschäftigt 19 Mitarbeiter und fertigt sonst vor allem Kunststoffdichtungen für die Industrie.

Lager

NTN, Schaeffler (und weitere Zulieferer in ganz Deutschland). Im Pedal verbaut sind zwei Kugel- und ein Nadellager. An der Innenseite, wo der Druck aufs Pedal am größten ist, sitzt das Nadellager. An der Außenseite sind zwei Kugellager eingebaut. Die Lager sind das versteckte Herzstück eines jeden Fahrrads. Sie machen es möglich, dass sich die Laufräder und Schaltwerkröllchen weich drehen.

Schrauben, Achsmutter und Abschlußkappe

P. H. Rump Langenhagen. Die Teile produziert der Zulieferer auf einer Hochpräzisionsdrehmaschine von Spinner. Die Kappen und Schrauben sind aus Aluminium, die Achsmutter aus Edelstahl.

Pedalachse

P. H. Rump Langenhagen. Die Achse, um die sich das Pedal dreht, besteht aus extrem festem, rostfreiem Edelstahl. Dieser spezielle Werkstoff, genannt 17-4 PH, wird sonst zum Beispiel für Bohrköpfe von Offshore-Ölplattformen verwendet.

Reflektor

3M Neuss. Die wetterfeste, reflektierende Folie bringt auch Verkehrsschilder zum Leuchten. Bei Köhn werden daraus Reflektoren ausgestanzt. In Deutschland setzte 3M 2011 rund 2,2 Mrd. Euro um, weltweit waren es fast 29,6 Mrd. Dollar.

Käfigblech

Meko Sarstedt. Die 1991 gegründete Firma liefert die hauchdünnen Bleche aus Edelstahl für den Rahmen am Pedalkörper. Die abgerundeten Zähne am Rand sorgen dafür, dass der Schuh nicht abrutscht. Meko, ein Spezialist fürs Laserschneiden von Metallen, beschäftigt 160 Mitarbeiter.

Wellendichtring

NAK Nantou City, Taiwan. Die Ringe aus synthetischem Kautschuk verhindern, dass Schmutz und Wasser in die Lager eindringen und Schmierstoff austritt. NAK produziert seit 1976 Dichtringe, vor allem für Autos.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 08/2012.

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