Unternehmen TUI Travel setzt höhere Preise durch

Nach einem durchwachsenen Sommergeschäft schlägt der größte europäische Reiseveranstalter, TUI Travel, wieder optimistischere Töne an. Das Wintergeschäft sei gut angelaufen und habe zuletzt in allen Märkten angezogen, teilte das britische Unternehmen mit.

Die durchschnittlichen Verkaufspreise lägen in Deutschland ein Prozent über dem Vorjahresniveau, in Großbritannien sogar zehn Prozent über dem Vergleichszeitraum. Auch die letzten Wochen des zuvor schleppenden Sommergeschäfts hätten sich noch besser entwickelt. Dabei habe TUI Travel vom Aus einiger kleinerer Reiseveranstalter und Fluggesellschaften profitiert.

Das sind auch gute Nachrichten für die deutsche Konzernmutter TUI, die rund 57 Prozent der Anteile hält und informierten Kreisen zufolge über einen vollständigen Rückkauf der Tochter nachdenkt. Die TUI-Travel-Aktie stieg gestern um 4,2 Prozent auf 226 Pence, die TUI-Papiere notierten mit 3,2 Prozent im Plus.

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Anfang August hatte TUI Travel die Erwartungen für das Ende September ausgelaufene Geschäftsjahr zurückschrauben müssen. Auslöser war eine Buchungsflaute im zweitwichtigsten Markt Großbritannien. Aufgrund der Aschewolke nach einem Vulkanausbruch in Island und der darauf folgenden Luftraumsperrung sowie dem ungewöhnlich guten Wetter hatten viele Kunden auf Reisen verzichtet. Um die Flug- und Bettenkapazitäten dennoch loszuwerden, hatte TUI die Preise gesenkt und so geringere Renditen in Kauf genommen. Reiseveranstalter verdienen ihr Geld traditionell im Sommer. In den Wintermonaten fallen dagegen meist Verluste an.

Im wichtigsten Absatzmarkt Deutschland lagen die durchschnittlichen Verkaufspreise für den Sommer zuletzt zwei Prozent unter Vorjahresniveau, während die Zahl der Kunden um fünf Prozent zulegte. In Großbritannien konnte TUI Travel die Verkaufspreise hingegen um zehn Prozent anheben. Hier tummeln sich im Vergleich zu Deutschland nur wenige kleine Reiseveranstalter, die den großen Konzernen mit Kampfpreisen Marktanteile wegschnappen.

Trotz der guten Aussichten bleibe TUI Travel für das kommende Geschäftsjahr vorsichtig und prüfe weitere Kostensenkungen, teilte die Gesellschaft mit. Auch Thomas Cook hatte vergangene Woche weitere Sparmaßnahmen angekündigt und rechnet noch mindestens ein Jahr lang mit schwierigen Marktbedingungen im Heimmarkt Großbritannien.

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