Unternehmen TV-Gerätehersteller Loewe plant Abkehr von reiner Premium-Strategie

Fernseh-Fertigung bei Loewe

Fernseh-Fertigung bei Loewe© Loewe AG

Loewe-Geräte waren bislang deutlich teurer als der Marktpreis. Um die Sanierung doch noch zu schaffen, weicht der TV-Hersteller mit einer preisgünstigeren Einsteiger-Serie seine Premium-Strategie auf.

Der Fernsehgerätehersteller Loewe weicht seine Premiumstrategie auf, um der Pleite zu entgehen. „Unsere TV-Geräte sind 100 bis 300 Prozent teurer als der durchschnittliche Marktpreis. Dieser Abstand soll auf 20 bis 30 Prozent sinken“, sagte ein Sprecher.

Nach einem Umsatzrückgang von 39 Prozent im ersten Halbjahr 2013 drohte dem Unternehmen mit rund 800 Mitarbeitern das Geld auszugehen. Mitte Juli beantragte der erst seit Januar amtierende Loewe-Chef Matthias Harsch, 48, das Schutzschirmverfahren, um drei Monate lang vor den Gläubigern geschützt zu sein.

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Wie Loewe am Dienstag erstmals mitteilte, will das Unternehmen ergänzend zur bisherigen Premiumschiene eine Einsteiger-Serie anbieten. Hier gehe man ähnlich wie Premiumanbieter im Automobilbereich vor – dort gebe es auch kleinere Einsteigermodelle. Premium sei jedoch nach wie vor das Fundament des Geschäfts, sagte ein Sprecher am Dienstag im oberfränkischen Kronach.

Suche nach Investor

Bis Mitte Oktober muss Harsch einen Investor finden, der per Kapitalerhöhung mit 6,5 Millionen Aktien frisches Geld mitbringt. Nach Loewe-Angaben spricht Harsch, der nicht persönlich für eine Stellungnahme erreichbar war, mit Investoren aus dem In- und Ausland sowie den Family Offices deutscher Unternehmerfamilien.

Die können sich das Unternehmen auf einen Streich sichern. Zwei Großaktionäre, der frühere Aufsichtsratschef Rainer Hecker und der japanische Konzern Sharp, haben ihre Anteile von rund 40 Prozent in einer Beteiligungsgesellschaft gebündelt – kauft ein Investor das Paket, hätte er sofort die Mehrheit.

Auf der technischen Seite hat Harsch schon einen Partner gefunden: Der chinesische TV-Produzent Hisense will sich zwar nicht an Loewe beteiligen, liefert aber moderne TV-Panels und erhält im Gegenzug Vertriebsunterstützung von den Franken in Westeuropa.

 

cover_09 Aus dem impulse-Magazin 09/2013
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