Unternehmen Umsatzplus im Gastgewerbe

Deutschlands Hoteliers und Gastwirte haben im vergangenen Jahr ein großes Umsatzplus erwirtschaft. Zugpferd war dabei die Hotelbranche. Nicht ganz so rosig sieht es für Restaurants und Kneipen aus.

Der Aufschwung in Deutschland hat Hoteliers und Gastwirten 2010 erstmals seit der Fußball-Weltmeisterschaft wieder mehr Geld in die Kassen gespült. Die Erlöse stiegen um 2,2 Prozent verglichen mit dem Krisenjahr 2009, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. „Das ist der stärkste Anstieg seit 1992“, sagte ein Statistiker.

Allerdings war 2009 auch der Einbruch mit minus 5,9 Prozent besonders groß, und es dürfte noch lange dauern, bis das Niveau vor der Krise wieder erreicht ist. Zudem bleibt der Branche bereinigt um Preissteigerungen weiter ein Umsatzrückgang um 0,7 Prozent. Der Branchenverband Dehoga rechnet zwar für das laufende Jahr mit einem nominalen Umsatzanstieg von 1,5 bis zwei Prozent, warnt aber dennoch vor allzu großer Euphorie.

Anzeige

Vor allem die Hoteliers bekommen die Konjunkturbelebung zu spüren: Sie hatten 6,9 Prozent mehr in den Kassen als im Vorjahr, preisbereinigt blieb ein Plus von 1,1 Prozent. Dabei spielen Aufholeffekte eine Rolle: Viele Firmen haben Dienstreisen in der Wirtschaftskrise gestrichen und zeigten sich 2010 wieder großzügiger. Zudem gewinnt Urlaub in Deutschland an Beliebtheit. Anfang des Jahres hatten die Hoteliers steuerlichen Rückenwind erhalten, als die schwarz-gelbe Koalition den Mehrwertsteuersatz deutlich reduziert hatte.

Auch bei Caterern und sonstigen Verpflegungsdienstleistern lief es gut, sie erwirtschafteten 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr, preisbereinigt bleibt ein Plus von 2,1 Prozent. Bei Kneipen und Restaurants sah es dagegen düster aus: Die Gastronomie setzte 0,4 Prozent weniger um, bereinigt um Preissteigerungen lag das Minus sogar bei 1,6 Prozent.

Im Dezember erlitt das Gastgewerbe einen Rückschlag: Hier sanken die Erlöse um 0,5 Prozent verglichen mit dem Vorjahr, preisbereinigt ging es sogar um drei Prozent nach unten. Grund dafür ist ein sattes Umsatzminus in der Gastronomie.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...