Unternehmen Unternehmen stecken mehr Geld in Innovationen

Die Innovationsausgaben der Unternehmen in Deutschland sind 2011 auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gaben vor allem Großunternehmen mehr Geld für die Entwicklung neuer Produkte aus. Kleine und mittlere Firmen hinken demnach hinterher.

Die Unternehmen in Deutschland stecken einer Studie zufolge immer mehr Geld in Innovationen, allerdings hinken kleine und mittlere Firmen dabei hinterher. 2011 investierten die Unternehmen einer Studie zufolge eine Rekordsumme von 131,9 Milliarden Euro in Neuerungen, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Montag in Mannheim mitteilte. Das waren 9,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für das Wachstum waren allerdings nur die großen Unternehmen verantwortlich. Bei kleinen und mittleren Firmen stagnierten die Ausgaben dagegen, berichten die Forscher.

2011 ist der Studie zufolge der Anteil der Unternehmen, die Produkt- oder Prozessinnovationen eingeführt haben, auf 39,5 Prozent gesunken. Damit liege er noch einmal drei Prozentpunkte unter dem ohnehin schon niedrigen Niveau der Jahre 2009 und 2010, erklärte das ZEW. Die deutsche Wirtschaft habe 2011 mit Produktinnovationen einen Umsatz von 728 Milliarden Euro erzielt, und damit ein Siebtel des Gesamtumsatzes.

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Dem Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe, Jörg Zeuner, macht die Zurückhaltung bei kleinen und mittleren Unternehmen Sorgen: Der Innovationsmotor des Mittelstandes stottere, erklärte er in einem Kommentar zu der Untersuchung. „Die Entwicklung von Marktneuheiten geht stetig zurück.“ Innovationen und technischer Fortschritt machten eine Wirtschaft aber zukunftsfähig und trügen zur Sicherung des Wohlstandes bei.

In der Studie werden neben den klassischen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auch Investitionen im Zusammenhang mit der Entwicklung und Einführung von Produkt- und Prozessinnovationen berücksichtigt, etwa für Maschinen, Weiterbildung oder Marketing. Das ZEW hat die Untersuchung zusammen mit Forschungsinstituten für das Bundesbildungsministerium erstellt. Rund 12.300 Unternehmen aus den Bereichen Industrie und Dienstleistungen haben sich beteiligt.

Für das Jahr 2012 hatten die Firmen einen weiteren Anstieg der Ausgaben auf 138 Milliarden Euro vorausgesagt, endgültige Zahlen gibt es aber noch nicht. Für das laufende Jahr gehen erste Planungen von einem weiteren Plus auf 140,7 Milliarden Euro aus.

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