Unternehmen US-Finanzinvestor will bei Douglas einsteigen

Douglas schreibt wegen der Sanierung seiner Buchhandelskette Thalia rote Zahlen. Jetzt greift Advent International an: Der amerikanische Finanzinvestor verhandelt mit Douglas-Anteilseignern.

Der Finanzinvestor Advent International arbeitet Finanzkreisen zufolge an einem Einstieg beim Handelskonzern Douglas. Advent befinde sich seit längerem in Gesprächen mit Douglas-Anteilseignern. Das sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen am Dienstag. Allerdings stehe eine Einigung nicht unmittelbar bevor. Der Investor habe es auf eine Mehrheitsbeteiligung abgesehen, um seine Umbaupläne mit der Drogerie-, Schmuck- und Buchhandelskette zu realisieren. Auch die britische Beteiligungsgesellschaft Permira versucht noch bei Douglas einzusteigen, wollte sich aber nicht weiter dazu äußern. Andere Finanzinvestoren – wie BC Partners – hätten das Interesse verloren.

Advent spricht den Kreisen zufolge unter anderem mit der Douglas-Gründerfamilie Kreke. Die hält gut zwölf Prozent der Anteile. Der Schlüssel zum Einstieg liegt aber vermutlich bei dem Großaktionär Erwin Müller. Die Beteiligungsgesellschaft stehe kurz davor, sich mit Douglas über einen Kauf seiner Anteile und Optionen zu einigen. Das berichtete die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“) – sie beruft sich auf Vermutungen „in der Frankfurter Finanzwelt“. Müller hält 10,8 Prozent an Douglas sowie Kaufoptionen, die ihm eine Aufstockung um weitere gut 15 Prozent auf eine Sperrminorität ermöglichten. Douglas und Müller waren nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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Douglas-Aktie steigt auf 33,60 Euro

Die Douglas-Aktie hat am Montag bei 32,90 Euro geschlossen. Der Preis für Müllers Optionen liegt aber laut der „FAZ“ bei mehr als 40 Euro. Beobachter vermuteten, dass Müller finanziell damit überfordert sein könnte, die Optionen auszuüben. Sie erwarten, dass Advent Müllers Anteile und Optionen für je 36 bis 37 Euro übernehmen und allen anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten werde. Die Schweizer Bank Sarasin hält 10,7 Prozent an Douglas – sie hatte Müller auch die Optionen eingeräumt. Am Dienstag stieg die Douglas-Aktie um 2,1 Prozent auf 33,60 Euro.

Douglas-Vorstandschef Henning Kreke hatte zu Jahresbeginn mit Plänen Aufsehen erregt, das Unternehmen mit Hilfe von Finanzinvestoren von der Börse zu nehmen. Es sei unterbewertet. Zuletzt hatte er das Vorhaben relativiert. Dem Bericht in der „FAZ“ zufolge wird spekuliert, Advent könne sich auch mit dem Nahrungsmittelkonzern Oetker, sowie mit der Familie Kreke geeinigt haben. Oetker ist mit 25,8 Prozent der größten Douglas-Aktionär.

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