Unternehmen Verbandsvorsitzender will den Soli umgehend abschaffen

Unternehmer wie Angestellte brauchen nach Meinung von Lutz Goebel, Präsident des Verbands Die Familienunternehmer, mehr "Luft" für Investitionen und Konsum. Er will nicht nur den Solizuschlag streichen, sondern auch Steuern, die Kosten wie Miete oder Lizenzgebühren belasten. Auf die Politik setzt Goebel kaum.

Der neue Präsident des Verbands Die Familienunternehmer – ASU, Lutz Goebel, fordert angesichts der verbesserten Wirtschaftslage eine geringere Steuer- und Abgabenlast für Unternehmen und Angestellte. „Damit der Wachstumsphase nicht gleich wieder die Puste ausgeht, müssen die Unternehmen mehr Spielräume für weitere Investitionen bekommen, und unsere Mitarbeiter brauchen mehr Luft für den Konsum“, sagte Goebel im impulse-Interview.

Deshalb sollte die Regierung „noch dieses Jahr“ den Solidarzuschlag abschaffen. Außerdem erwartet der Chef der Krefelder Henkelhausen-Gruppe, dass sich die Bundesregierung „endlich an schädliche Substanz-Steuern heranwagt“. So habe etwa die Besteuerung von Kosten wie Miete, Leasing- und Lizenzgebühren durch die Hinzurechnung in der Gewerbesteuer Unternehmen „gerade in Zeiten der Krise völlig unsinnig belastet“.

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Seinen Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger sieht Goebel, der Anfang Mai die Nachfolge von Patrick Adenauer als Verbandspräsident übernommen hatte, nüchtern: „Den großen Wurf mit der Politik hinzukriegen wird schwierig.“ Daran würde auch eine stärkere Zusammenarbeit mit anderen Wirtschaftsverbänden nichts ändern, die Goebel skeptisch beurteilt: „Wir haben unterschiedliche Positionen und unterschiedliche Aufgaben.“ In einzelnen Projekten werde man zwar kooperieren, „aber wir können und werden nicht mit einer Stimme sprechen“, sagte Goebel gegenüber impulse.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus der impulse-Ausgabe 06/2011, die an diesem Donnerstag, dem 26. Mai, erscheint.

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