Unternehmen Verdi will mit neuen Streiks Druck auf Amazon erhöhen

Das Logistikzentrum von Amazon in Leipzig

Das Logistikzentrum von Amazon in Leipzig© Amazon

Dem weltgrößten Online-Händler Amazon steht ein heißer Winter bevor: Verdi will im Weihnachtsgeschäft den Druck auf den US-Versandriesen erhöhen. Seit Montag wird in den Verteilzentren in Bad Hersfeld und Leipzig erneut gestreikt. Amazon gibt sich dennoch gelassen.

Im Konflikt um einen Tarifvertrag beim weltgrößten Online-Versandhändler Amazon läutet die Gewerkschaft Verdi das Kräftemessen im Weihnachtsgeschäft ein. Seit Montag wird am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld und in Leipzig erneut gestreikt. An den Verteilzentren in Leipzig und Bad Hersfeld beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft am Morgen bereits jeweils 150 Mitarbeiter. An beiden Standorten soll die Arbeit den ganzen Tag über ruhen.

Der Streik sei längerfristig angelegt. „Über die Dauer werden wir situativ entscheiden“, sagte Verdi-Sekretär Manuel Sauer am Sonntag. Grundsätzlich könne sich Amazon aber auf längere Streiks einstellen. „Wir werden in der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts jetzt mehr Druck ausüben.“

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Amazon reagierte mit demonstrativer Gelassenheit auf verstärkte Streikandrohungen für deutsche Standorte. Ein Amazon-Sprecher in München sagte, dass der US-Versandriese sein „gesamtes europäisches Logistiknetzwerk nutzen“ werde, um die Kunden trotz der zu erwartenden Proteste schnell zu beliefern.

Streiks hatten laut Amazon bisher keine Auswirkungen auf Kunden

„Wir arbeiten in den nächsten Wochen ganz besonders darauf hin, dass unsere Kunden gerade in der Weihnachtszeit den gewohnten Service und die beste Zuverlässigkeit ihrer Lieferungen bekommen, die sie auch unterjährig gewohnt sind.“ Bislang hätten die zahlreichen Streiks keine Auswirkungen für die Kunden gehabt.

Verdi fordert für die rund 9000 festen Mitarbeiter in den acht Versandzentren einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Amazon orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Tarifgespräche lehnt Amazon aber ab. Seit Mai streiken Amazon-Beschäftigte immer wieder am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld und in Leipzig.

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