Unternehmen Wanka plant Konzept für Wechsel von Studienabbrechern in Handwerksberufe

Zehntausende brechen jedes Jahr ihr Studium ab - auf der anderen Seite sucht das Handwerk händeringend Fachkräfte. Bundesbildungsministerin Wanka will nun Pilotversuche zwischen Hochschulen und Arbeitgebern starten.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) will Studienabbrechern mit einem bundesweiten Konzept neue Berufschancen im Handwerk eröffnen und den Fachkräftemangel in der Branche verringern. „Ich möchte, dass in diesem Land wirklich jeder eine Chance hat, sich vernünftig zu bilden und einen Abschluss zu haben“, sagte sie am Montag im ARD-„Morgenmagazin“.

„Nun ist die Zahl der Studienabbrecher nicht gering – gerade auch in den Ingenieurwissenschaften. Und andererseits haben wir im Handwerk ganz viele Ausbildungsplätze, die nicht besetzt werden können.“ Laut Berufsbildungsbericht bricht an den Maschinenbau-Fakultäten zum Teil jeder Zweite sein Studium vorzeitig ab.

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Wanka stebt nach eigenen Angaben mit den Kammern Pilotversuche an. Zuvor an Hochschulen erbrachte Leistungen sollen auf die Ausbildungszeit angerechnet werden.  Es habe mit den Beteiligten aus dem Handwerk, mit Betrieben, Hochschulen, Arbeitgebern und Gewerkschaften teils bereits Gespräche gegeben, noch weitere stünden an, sagte ein Ministeriumssprecher. „Das wird sicherlich in ein Konzept münden, das dann irgendwann auch in der Fläche Anwendung findet.“

Kammern unterstützen Kooperationsprojekte

Das Handwerk wirbt seinerseits verstärkt um Studienabbrecher und Gymnasiasten. Über die Hälfte der Kammern unterstützt laut einer Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) entsprechende Kooperationsprojekte mit Hochschulen, wie ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer vergangene Woche sagte. In den nächsten zehn Jahren suchten etwa 200.000 Handwerksunternehmer vor ihrem Ruhestand einen Nachfolger.

Bei einem Pilotprojekt der Handwerkskammer für Unterfranken mit der Universität Würzburg seien etwa 27 Studienabbrecher in die handwerkliche Ausbildung vermittelt worden, sie erlernen Berufe wie Schreiner, Hörgeräte-Akustiker, Feinwerkmechaniker und Elektroniker.

Schon im Mai 2013 hatte Wanka angekündigt, Studienabbrecher für eine betriebliche Ausbildung gewinnen zu wollen.

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