Unternehmen Warum sich impulse für Franchise-Gründer engagiert

Die Zahlen sagen viel über unsere Mentalität aus: In Zeiten eines Booms machen es sich die Deutschen in einer Festanstellung gemütlich und verzichten auf eine Selbstständigkeit. Doch Deutschland - als Land der Ideen - ist auf Menschen angewiesen, die unternehmerisch denken.

Deutschland – Gründerland? Wer liest, wie Investoren Berlin gerade zu Europas neuer Gründermetropole stilisieren, könnte den Eindruck gewinnen, als habe sich Deutschland in ein Paradies für junge Unternehmer verwandelt. Nur: Die realen Zahlen sind leider keineswegs so rosig. Im internationalen Vergleich fließt immer noch viel zu wenig Geld in Start-ups, selbst Frankreich und Großbritannien hängen Deutschland ab. Und die Zahl der Gründungen ist 2012 auf ein Rekordtief gesunken. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet für dieses Jahr mit weniger als 400.000 Gründungen – so wenig wie zuletzt 1990.

Die Zahlen sagen viel über unsere Mentalität aus: In Zeiten eines Booms machen es sich die Deutschen in einer Festanstellung gemütlich und verzichten auf eine Selbstständigkeit. Bereits 2011 sank die Zahl der Gründungsinteressierten hierzulande um 8,7 Prozent. Hätte es zum Ende des Jahres nicht einen Run auf den Gründungszuschuss gegeben, den die Politik inzwischen stark gekürzt hat, wäre der Einbruch noch stärker gewesen. Die Bundesregierung spielt hier eine unrühmliche Rolle, vor allem weil sie fatale Botschaften aussendet: Für die Sachbearbeiter der Arbeitsagentur gilt nämlich der „Vorrang der Vermittlung“. Der Gründungszuschuss darf nur noch gewährt werden, wenn es auf dem Arbeitsmarkt keine Stellenangebote gibt – als sei ein fester Job per se besser als die Gründung einer eigenen Firma. So wird Selbstständigkeit nur noch für schwer Vermittelbare zum letzten Ausweg aus der Arbeitslosigkeit; wer dagegen gut ausgebildet ist, hat kaum noch Chancen auf eine staatliche Existenzförderung.

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Deutschland – Gründerland? Korrekter wäre wohl: Deutschland – Angestelltenland! Dies ist umso fataler, da Deutschland – als Land der Ideen – auf Menschen angewiesen ist, die unternehmerisch denken. Medien können hier eine wichtige Rolle übernehmen, indem sie erfolgreiche Unternehmer porträtieren und so andere motivieren, es ihnen gleich zu tun. Oft geht es ja gar nicht nur um mangelndes Kapital oder Fördergelder. Meist geht es auch um Grundlegendes: eine ideelle Unterstützung – das Gefühl, kein Einzelkämpfer zu sein und etwas zu tun, was von der Allgemeinheit anerkannt wird. Das ist auch der Grund, warum wir uns – als Unternehmermagazin – seit Jahren für Franchisegründer engagieren. Gerade in Deutschland, mit all seinen Vorbehalten gegenüber Unternehmertum, ist Franchising eine ideale Form der Selbstständigkeit:

Man startet ein eigenes Unternehmen, muss aber nicht bei Null anfangen, sondern kann auf das erprobte Geschäftsmodell eines Franchisesystems zurückgreifen. Die Preisträger, die wir – in diesem Jahr erstmals gemeinsam mit dem Deutschen Franchise-Verband – gekürt haben, zeigen eindrucksvoll, wie erfolgreich Gründer schon in ihrem ersten Jahr agieren können. Dabei umfasst Erfolg nicht nur finanzielle Kennzahlen, sondern auch Kreativität. Die Ideen, die diese Gründer entwickeln, kommen nicht nur ihnen selbst, sondern dem gesamten Franchise-System zugute. Und geben Hoffnung, dass Deutschland seine unternehmerischen Wurzeln nicht ganz vergessen hat.

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