Unternehmen Wegen „Shutdown“: US-Firmen schicken erste Mitarbeiter nach Hause

Der Aufschwung in der US-Wirtschaft gilt als wackelig. Und nun wird auch noch die Regierung großteils lahmgelegt. Das hat direkte Auswirkungen auf viele Unternehmen. Firmen, die einen hohen Exportanteil haben, trifft es dabei besonders hart.

Der Verwaltungsstillstand in den USA hat erste Auswirkungen auf die Wirtschaft. Der Industriekonzern United Technologies erklärte am Mittwoch, schlimmstenfalls mehr als 5000 seiner Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken zu müssen, wenn der „Government Shutdown“ bis zum November anhalte. 2000 Mitarbeiter würden schon ab Montag nach Hause geschickt, 2000 weitere wohl im Laufe der Woche. Es ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch andere Firmen ächzen.

Nachdem sich die Parteien im US-Kongress nicht auf einen neuen Staatshaushalt hatten einigen können, fährt die Regierung seit Dienstag im Notbetrieb. Alle Beamten, die nicht unbedingt gebraucht werden, sind in unbezahlten Urlaub geschickt worden. Touristen stehen vor geschlossenen Nationalparks und Museen, Bürger vor verschlossenen Behörden, bei Unternehmen können Aufträge nicht erledigt werden.

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Zu United Technologies gehören der Hubschrauberbauer Sikorsky, der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney sowie der Luftfahrtzulieferer UTC Aerospace Systems. Diese beliefern auch das US-Militär, etwa mit dem Kampfhubschrauber Black Hawk. Bei der Fertigung müssten staatliche Inspektoren anwesend sein, erläuterte der Konzern. Die fehlten nun aber wegen die Lahmlegung der Regierungsbehörden. Bestimmte Produktionen müssten deshalb angehalten werden

Aufträge platzen wegen fehlender Dokumente

Das „Wall Street Journal“ gab in seiner Donnerstagausgabe eine Übersicht über die bisherigen Auswirkungen auf die Wirtschaft: Der britische Luftfahrt- und Rüstungskonzern BAE Systems rechnet demnach damit, dass 10 bis 15 Prozent seiner 34 500 Mitarbeiter in den USA von dem Stillstand in Mitleidenschaft gezogen würden. Der Lkw- und Motorenbauer Navistar erklärte, dass alle neuen Militäraufträge auf Eis lägen und die Bezahlung für erledigte Arbeiten verzögert würde.

Bei anderen Firmen platzten in Einzelfällen Aufträge wegen fehlender Dokumente, andere können ihre Produkte derzeit nicht ausliefern. Dabei sind es längst nicht nur Rüstungsfirmen, die als direkte Lieferanten der Regierung in die Bredouille geraten. Auch bei Boeing und Airbus kommt es laut „Wall Street Journal“ zu Lieferverzögerungen für Verkehrsmaschinen, weil Beamte der US-Luftfahrtaufsicht FAA ebenfalls in Zwangsurlaub sind.

Unternehmen mit hohem Exportanteil trifft es hart

US-Unternehmen, die einen hohen Exportanteil haben, trifft es dabei besonders hart. Denn sie können Zollformalitäten nicht erledigen. Superior Products, ein Hersteller von Gasventilen, liefert nach eigenen Angaben zwischen 30 und 40 Prozent seiner Produkte ins Ausland. „Wenn wir wegen unerledigtem Papierkram und Kontrollen beim Export gebremst werden, würde uns das ganz schön wehtun“, sagte Manager Greg Gens der Zeitung. „Es würde nicht lange dauern, bis unsere Kunden in Übersee anfingen, sich für ihre Bestellungen nach anderen Leuten umzuschauen.“

Bart Chilton von der US-Finanzaufsicht CFTC fürchtet derweil, dass es durch eingeschränkte Kontrollen an den Finanzmärkten vermehrt zu illegalen Deals kommt. „Das ist geradezu eine Einladung, etwas auszuhecken“, sagte er am Donnerstag im Wirtschaftssender Bloomberg TV. Derzeit ist vollkommen unklar, wie lange der Stillstand andauert. Der letzte „Government Shutdown“ vor 17 Jahren dauerte fast vier Wochen.

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