Unternehmen Bierkartell: Weitere saftige Geldbußen erwartet

Das Bundeskartellamt hat gegen Brauereien empfindliche Bußgelder verhängt.

Das Bundeskartellamt hat gegen Brauereien empfindliche Bußgelder verhängt.© Igor Klimov - Fotolia.com

Bisher traf es Bitburger, Krombacher, Veltins und Warsteiner. Doch bald dürfte das Bundeskartellamt weiteren Brauereien saftige Geldbußen wegen illegaler Preisabsprachen aufbrummen.

Bei Preisabsprachen kennt das Bundeskartellamt kein Pardon – ob Zucker, Tapeten, Schienen oder Mehl. Mit Spannung erwartet die Branche der Bierbrauer in diesen Tagen eine weitere anstehende Entscheidung der obersten deutschen Wettbewerbshüter zum Bierkartell.

Mitte Januar hatte der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, in einer ersten Runde Geldbußen in Höhe von 106 Millionen Euro wegen illegaler Preisabsprachen gegen Privatbrauereien verhängt – gegen Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und Barre.

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Und er wird das vermutlich mit einer weiteren hohen Geldbuße gegen Brauereien untermauern, deren Fälle im Januar noch nicht abgeschlossen waren. Im Zentrum stehen zwei Brauerei-Konzerne, vier rheinische Brauereien und ein Verband. Namen nennt das Kartellamt zwar nicht, aber es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass die zum Oetker-Konzern gehörende Radeberger Gruppe (Radeberger, Jever, Berliner Pilsener, Ur-Krostitzer) und der dänische Bierbrauer Carlsberg (Holsten) im Fokus der Kartellwächter stehen.

Radeberger hüllt sich in Schweigen

Mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro, 5500 Beschäftigten und einem Marktanteil von 15 Prozent ist die Radeberger Gruppe Branchenprimus auf dem deutschen Biermarkt. Zu dem Kartellfall hüllen sich die Bierbrauer aus Frankfurt in eisernes Schweigen.

Der Wettbewerb in der Bierbranche ist knallhart. Seit Jahren geht der Bierabsatz zurück, und die Margen sind niedrig. Die Bonner Wettbewerbshüter werfen den Brauern vor, für Fassbier zwischen 2006 und 2008 Preisaufschläge von jeweils fünf bis sieben Euro je Hektoliter verabredet zu haben. Darüber hinaus hätten sie 2008 eine Preiserhöhung für einen 20-Flaschen-Kasten von einem Euro abgesprochen.

Experten rechnen erneut mit hoher Geldstrafe

Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch den Bierbrauer Anheuser Bush Inbev (Becks), der als Kronzeuge auftrat und ohne Geldbuße blieb. Andere profitierten ebenfalls von der Bonusregelung, weil sie mit der Behörde kooperierten.

Über die Höhe der nun anstehenden Buße kann derzeit nur gerätselt werden. Branchenexperten gehen aber fest davon aus, dass erneut ein dreistelliger Millionenbetrag fällig wird. Mundt selber hatte gesagt, dass die Summe noch einmal „ganz erheblich“ steigen werde. Damit würde das Bierkartell am Ende mit einer der höchsten Geldbußen abgeschlossen, die das Kartellamt jemals ausgesprochen hat. Vor wenigen Wochen hatte die Behörde beim Zuckerkartell bereits eine gewaltige Strafe verhängt: 280 Millionen Euro.

1 Kommentar
  • Hermkes 4. März 2014 07:46

    die wahren Geschädigten bekommen´s eh nicht zurück und die Ursachen werden auch nicht beseitigt – wie immer.

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