Unternehmen „Wenn sich Griechenland kolonialisiert fühlt, wird es eine Revolution geben“

Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender der Heraeus Holding, sprach mit impulse über die europäische Schuldenkrise. Seine größte Sorge: Ein Finanzausgleich nach deutschem Vorbild in der EU. Denn der bedeute keineswegs, dass gespart werde.

Ein Finanzausgleich in Europa nach deutschem Vorbild wäre für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Heraeus Holding, Jürgen Heraeus, eine schlimme Fehlentwicklung. Im impulse-Interview (Ausgabe 11/2011) sagte Heraeus: „Alle tun heute so, als seien diese Milliarden-Bürgschaften nur Bürgschaften. Die werden natürlich irgendwann gezogen, dann muss das jemand bezahlen.“ Ein Finanzausgleich sorge nicht dafür, dass gespart werde, denn keiner will sich mit einer Restrukturierung belasten.

Für Heraeus steht zwar das Weiterbestehen des Euros außer Frage, aber er hätte sich gewünscht, dass „man in der Vergangenheit neue Länder langsamer aufgenommen und vor allem eine ordentliche Due Dilligence durchgeführt“ hätte. Er hoffe, dass man daraus für die Zukunft gelernt habe, bevor neue Länder wie Bulgarien oder Rumänien aufgenommen würden.

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Die Situation in Griechenland bereitet Heraeus große Sorgen: „Was dort in den letzten Jahrzehnten versäumt wurde, kann nicht in zwei, drei Jahren aufgeholt werden.“ Es komme darauf an, dass Griechenland die notwendigen Reformen durchsetzt und die EU-Hilfen gezielt eingesetzt werden. „Wenn sich Griechenland allerdings kolonialisiert fühlt, wird es dort eine Revolution geben“, befürchtet Heraeus.

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Das impulse-Interview mit Jürgen Heraeus lesen Sie in voller Länge im neuen impulse-Heft, Ausgabe 11/2011. Es ist ab dem 27. Oktober 2011 im Handel erhältlich.

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