Unternehmen Wie der Mittelstand nach Fachkräften fahndet

Mittelständler sind besonders vom Mangel an qualifiziertem Personal betroffen. Dieser Tatsache möchten einige Unternehmen aktiv durch Employer Branding und die Nutzung effektiver Online-Tools entgegenwirken.

Der Fachkräftemangel im deutschen Mittelstand verschärft sich massiv: 50 Prozent der Mittelständler finden es derzeit schwerer als in der Vergangenheit, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. 2010 waren nur zehn Prozent der Befragten dieser Ansicht. Das ist das Ergebnis der Arbeitgeberbefragung „Recruiting Trends im Mittelstand 2011“ von Monster und dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg.

Die Knappheit an qualifizierten Arbeitnehmern bei einzelnen Zielgruppen ist eine der größten Herausforderungen in der Personalbeschaffung mittelständischer Unternehmen. Besonders gefragt sind dabei Fach- und Führungskräfte in Forschung und Entwicklung, IT sowie in Verkauf und Vertrieb. Und der Mangel passender Kandidaten wird sich weiter verstärken. Denn die meisten Mittelständler erwarten eine positive Geschäftsentwicklung in diesem Jahr und wollen neues Personal einstellen.

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Wichtige Studienergebnisse im Überblick:

– Demografischer Wandel und Fachkräftemangel sind die Top-Themen für das Recruiting im Mittelstand

– Nur 11 Prozent der Mittelständler erwarten 2011 keine Vakanz, alle anderen wollen Mitarbeiter einstellen

– Mehr als jede zweite Stelle im Mittelstand wird online ausgeschrieben

– 49 Prozent der Mittelständler denken, dass Social Media-Anwendungen gut für die Rekrutierung sind

Dreiviertel der Unternehmen hatten sich während der Finanzkrise aus strategischen Gründen dazu entschieden, wegen des drohenden Fachkräftemangels keine Mitarbeiter mit gesuchten Profilen zu entlassen. Doch das allein reicht bei weitem nicht aus, um den steigenden Bedarf an Fachkräften zu decken. Eine effektive Maßnahme ist es, sich potentiellen Mitarbeitern als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.

Während viele Großunternehmen bereits auf Employer Branding setzen, sind Mittelständler den Zielgruppen als Arbeitgeber oftmals unbekannt. Ein Großteil der Kunden sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die verstärkt bemerken, dass das Fehlen einer Arbeitgebermarke es noch schwerer macht, sich im „War for Talents“, dem Kampf um die besten Köpfe, gegen größere und als Arbeitgeber bekannte Unternehmen zu behaupten. Hier heißt es: Gegensteuern.

„Viele Unternehmen, insbesondere aus dem Mittelstand, nutzen in der Personalbeschaffung noch nicht die vielfältigen Möglichkeiten, die ihnen das Internet eröffnet“, sagt Elke Guhl, Vice President Marketing Central Europe bei Monster. „Um Kandidaten mit gesuchten Profilen zu erreichen, müssen Firmen aktiver werden. „

„Der Fachkräftemangel trifft alle, aber den Mittelstand besonders heftig. Wenn ihre Produkt- und Arbeitgebermarken unbekannt sind, werden sich noch weniger hochqualifizierte Mitarbeiter von selbst melden. Daher war schon vor zehn Jahren die Online-Stellenanzeige mit ihrer großen Reichweite besonders hilfreich für mittelständische Unternehmen. Und deswegen sind neue Kanäle wie Social Media spannende Chancen für die Rekrutierung im Mittelstand“, kommentiert Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg.

Die aktuellen „Recruiting Trends im Mittelstand 2011“ sind der vierte Ergebnisbericht der jährlichen Studienreihe des Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg sowie Monster Worldwide Deutschland. Wie im vergangenen Jahr beinhaltet die Studie eine Befragung unter 1000 deutschen mittelständischen Unternehmen und eine tiefgehende Fallstudie, die es ermöglichen, langfristige Trends in der Rekrutierung besser zu verstehen und wertvolle Handlungsempfehlungen für die Praxis der Personalbeschaffung im Mittelstand abzuleiten.

Die vollständige Studie kann bei Monster Worldwide Deutschland unter studien@monster.de angefordert werden.

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