Unternehmen Wie die Familienfirmen aufgestellt sind

Bei den meisten Familienunternehmen läuft es geschäftlich rund. Zwei Drittel der größten deutschen Betriebe bewerten die Perspektiven als "gut" oder "sehr gut". Dies ist nur eines von vielen Ergebnissen einer großen Studie vom BDI und Deutscher Bank.

Die Familienunternehmen in Deutschland wollen mehr Personal einstellen und ihre Investitionen hochfahren. Über 40 Prozent der Firmen planen 2012 die Mitarbeiterzahl zu erhöhen und gut jede zweite will mehr investieren, wie am Donnerstag aus einer Umfrage der Deutschen Bank und des Industrieverbands BDI unter rund 400 der 4400 größten Familienunternehmen hervorgeht. Unter den Industriebetrieben seien fast 60 Prozent bereit, zu modernisieren und ihre Kapazitäten auszuweiten.

Von der Verschärfung der Staatsschuldenkrise lassen sich die meisten Firmen nicht aus dem Takt bringen. Zwei Drittel der Familienunternehmen bewerten die Geschäftsaussichten für die nächsten zwölf Monate als „gut“ oder „sehr gut“, nur rund fünf Prozent als „schlecht“. Ebenfalls zwei Drittel peilen für 2012 steigende Umsätze an, ein Drittel setzt auf ein Exportplus.

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Für viele Familienunternehmer hat die sogenannte Innenfinanzierung einen hohen Stellenwert. „Für neun von zehn Firmen ist die Finanzierung aus dem laufenden Cashflow die wichtigste Finanzierungsquelle“, heißt es in der Studie. Der Bankkredit (45,3 Prozent) bleibt nach wie vor das wichtigste externe Finanzierungsmittel. Alternative Instrumente wie Beteiligungskapital (8,2 Prozent), Kapitalmarktinstrumente (6,1 Prozent) oder Mezzanine-Kapital (5,1 Prozent) spielte laut Umfrage nur eine untergeordnete Rolle. Viele mittelständische Unternehmen wollen Herr im eigenen Haus bleiben und sind deshalb skeptisch gegenüber externen Investoren.

„Durch eine breite Finanzierungsstruktur verschaffen sich Familienunternehmen eine größere Stabilität bei der Finanzierung“, sagte Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen. „So können sie steigende Investitionen im In- und Ausland und damit Wachstum finanzieren.“

Mehr als die Hälfte der größten Familienunternehmen befindet sich im Besitz von mindestens der dritten Generation. In rund 85 Prozent der befragten Unternehmen ist mindestens ein Mitglied der Eigentümerfamilie(n) in der Geschäftsführung tätig. Die Einheit von Eigentum und Leitung ist also bei den größten Familienunternehmen noch nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Ein Drittel der Familienunternehmen hat einen Beirat, in dem eine starke Präsenz der Eigentümerfamilie(n) und anderer Unternehmer vorzufinden ist. Insgesamt wird die Arbeit der Beiräte sehr positiv bewertet.

Bei knapp der Hälfte der größten Familienunternehmen steht eine Unternehmensübergabe in die Hände der nächsten Generation in absehbarer Zeit an. Wichtiges Ziel hierbei ist es, das Familienunternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Familie zu halten. Zudem gibt es eine
eindeutige Präferenz für familieninterne Nachfolgelösungen.

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