Anzeige Wie Unternehmer das Hochwasser durchstehen

Die überschwemmte Autobahn vor der Fossil-Zentrale.

Die überschwemmte Autobahn vor der Fossil-Zentrale. © Fossil

Vom Hochwasser sind nicht nur die betroffen, deren Werke und Büros überflutet wurden. Weil Straßen überschwemmt sind, können Mitarbeiter nicht ins Büro kommen, andere haben keinen Strom oder kein Wasser. Chefs und Mitarbeiter erzählen, wie sie die Chaostage überstehen. 

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Jessica Köhler, Pressesprecherin Fossil, Grabenstätt
„Unsere Zentrale liegt direkt an der A8, genau an der Stelle, wo die Fahrbahn überschwemmt wurde. Weil auch einige Landstraßen in der Umgebung gesperrt sind, konnten am Montag viele Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen. Vor allem die Kollegen aus München hatten keine Chance. Die Geschäftsleitung hat schon morgens vor acht Uhr per Mail Bescheid gesagt, dass nur zur Arbeit kommen soll, wer keinen großen Umweg fahren muss und dass wir freigestellt sind. Niemand musste also wegen des Hochwassers Urlaub nehmen. Die Abteilungsleiter haben danach noch eine  Telefonkette in Gang gesetzt, sodass wirklich alle informiert waren. Wir Kollegen haben uns den ganzen Tag bei WhatsApp geschrieben, einige waren ganz bange, dass sie evakuiert werden müssen. Die Autobahn wird wohl noch eine Weile gesperrt bleiben. Eine Fahrbahn ist unterspült.“

Die Fossil-Mitarbeiter schauen zur Zeit direkt auf die überschwemmte A8 bei Grabenstätt.

Die Fossil-Mitarbeiter schauen direkt auf die überschwemmte A8 bei Grabenstätt.© Fossil

 

Claus Hipp, Geschäftsführer Hipp, Pfaffenhofen an der Ilm
„Wir konnten Montagvormittag nicht produzieren, weil das Wasser aufs Gelände floss und die Kanäle geschlossen werden mussten. In der Zeit  hatten wir weder Strom noch Telefon. Ich kann mich nicht erinnern, wann zuvor es so viel geregnet hat, wie in den letzten Tagen. Wir haben natürlich einen Notfallplan für solche Fälle: Die Anlagen werden ausgeschaltet und die Produktion mit speziellen Metallplatten gesichert. So ein halber Tag ohne Produktion wirft uns auch noch nicht aus der Bahn. Unser Lager ist groß genug. Klar, wir müssen in den nächsten Tagen die Produktion etwas umschichten. Aber uns hat es lange nicht so schlimm getroffen wie Unternehmen in Passau“.

Ein Metallzaun sichert bei Hipp den Karottenplatz.

Normalerweise werden hier Karotten angeliefert, nun ist der Platz auf dem Hipp-Gelände mit einem Metallschutz gesichert.© Hipp

 

 Max Wittrock, Geschäftsführer Mymuesli, Passau
„Unsere Gebäude haben zum Glück nichts abbekommen und auch unseren Laden in der Passauer Innenstadt trennt noch ein halber Meter vom Wasser. Aber viele Mitarbeiter sind privat betroffen. Ich musste meine Wohnung am Wochenende verlassen und übernachte bei Freunden. Weil das Trinkwasser abgestellt wurde, können wir nicht produzieren. Aber ich denke, in 24 bis 48 Stunden wird sich so langsam wieder ein normaler Ablauf einstellen. Durstig muss aber keiner arbeiten. Hier im Büro ist erst vor ein paar Tagen die Getränkelieferung gekommen.“

Uwe Ahrend, Geschäftsführer Nomos, Glashüttte
„Wir sind dieses Mal mit einem blauen Auge davon gekommen. Vor 11 Jahren war es viel schlimmer. Damals ist eine unserer Maschinen kaputtgegangen und ganz Glashütte war verwüstet. Damals haben wir viel Hilfe bekommen, beispielsweise hat ein anderer Hersteller auf seine schon bestellte Maschine verzichtet, damit wir schneller Erstatz für die kaputte bekommen. Als nun das Wasser wieder stieg, haben wir recht früh alle Mitarbeiter nach Hause geschickt. Wir haben dieses Mal viel schneller entschieden. Am Montag waren wir dann nur noch ungefähr 10 Leute im Unternehmen, aber am Dienstag sind nur noch ein paar Kollegen ausgefallen, die sich um ihre Kinder kümmern mussten oder deren Auto in einer Pfütze verendet ist. Weil Glashütte am Berg liegt, kommt das Wasser schnell – aber es verschwindet auch wieder schnell.“

In Glashütte ist das Wasser nicht so hoch gestiegen wie vor 11 Jahren.

In Glashütte ist das Wasser nicht so hoch gestiegen wie vor 11 Jahren.© Nomos

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